Auf frischer Tat ertappt: Spezialeinheit nimmt überregionale Betrügerbande in Dortmund fest

Falsche Polizisten

Eine vermeintliche Betrügerbande soll ältere Menschen auf perfide Weise um ihr Erspartes gebracht haben. In Dortmund konnte sie jetzt auf frischer Tat ertappt werden.

Dortmund, Oespel

, 13.08.2019, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf frischer Tat ertappt: Spezialeinheit nimmt überregionale Betrügerbande in Dortmund fest

Die Polizei konnte in der vergangenen Woche eine überregionale Betrügerbande von falschen Polizisten in Oespel festnehmen. © picture alliance / dpa

Mithilfe von Spezialeinheiten hat die Polizei Dortmund die Kriminalpolizei Heidelberg dabei unterstützt, am Donnerstag (8.8.) zwei Mitglieder einer vermeintlichen Betrügerbande in Dortmund-Oespel festzunehmen. Dabei handelt es sich um zwei Deutsche im Alter von 18 und 26 Jahren.

Ein 23 Jahre alter Serbe wurde wenig später in Rheine festgenommen, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Polizeipräsidiums Mannheim am Dienstag (13.8).

Die Beschuldigten seien „dringend verdächtig“, sich mit weiteren, bislang unbekannten Mittätern zusammengeschlossen zu haben, um im ganzen Bundesgebiet Senioren zu betrügen.

Dortmunder sollte 240.000 Euro übergeben

Mindestens ein Bandenmitglied soll dabei regelmäßig telefonisch Kontakt mit meist „hochbetagten Geschädigten“ aufgenommen und diesen vorgespielt haben, er sei Polizeibeamter, heißt es weiter.

So auch zwischen dem 1. und 8. August in Dortmund. Ein vermeintliches Bandenmitglied soll unter dem Vorwand, als Polizeibeamter im Auftrag der Staatsanwaltschaft zu handeln, einen älteren Mann in Oespel dazu bewegt haben, insgesamt 240.000 Euro von seinem Konto abzuheben und einem Abholer zu übergeben.

Bande war überregional tätig

Wenige Meter entfernt von der Wohnung des Dortmunders nahmen die Beamten den 18- und den 26-Jährigen noch vor der Geldübergabe dank „intensiver Ermittlungen“ der Kripo Heidelberg mithilfe von Spezialeinheiten fest, heißt es in der Mitteilung.

Ähnlich soll die mutmaßliche Betrügerbande schon zuvor vorgegangen sein. So soll etwa ein bislang unbekanntes Mitglied am 25. Juni einen 89-jährigen Heidelberger um Wertsachen im Wert von 30.000 Euro erleichtert haben. Am Folgetag soll ein weiteres Bandenmitglied die Wertsachen abgeholt und dem nun festgenommen 23-Jährigen übergeben haben.

Ebenso soll ein Bandenmitglied am 5. August einen Mann in Nordhorn dazu bewegt haben, 20.500 Euro an den 18-Jährigen zu übergeben, der unter der Anleitung des 23-Jährigen agiert haben soll. Der 26-Jährige soll auch in diesem Fall als Fahrer beteiligt gewesen sein.

Haftbefehle erlassen

Am Freitag (9.8.) wurden der 18- und der 26-Jährige der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Heidelberg vorgeführt. Diese erließ Haftbefehl. Auch gegen den in Rheine festgenommenen 23-Jährigen erging Haftbefehl in NRW.

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