Razzia im Dortmunder Norden: Bundespolizei durchsucht mehrere Wohnungen

Großeinsatz

Die Bundespolizei war am Donnerstagmorgen mit zahlreichen Einsatzkräften im Dortmunder Norden im Einsatz. Vier Wohnungen wurden durchsucht. Es geht um bandenmäßigen Betrug im großen Stil.

Dortmund

12.12.2019, 13:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Razzia im Dortmunder Norden: Bundespolizei durchsucht mehrere Wohnungen

Die Bundespolizei und die Staatsanwaltschaft Dortmund haben am Donnerstagmorgen eine gemeinsame Razzia in mehreren Dortmunder Wohnungen durchgeführt. © Bundespolizei

Die Bundespolizei hat am Donnerstagmorgen (12.12.) insgesamt vier Wohnungen in der Nordstadt und im Dortmunder Norden durchsucht. Gleichzeitig wurde auch in Herten ein Durchsuchungsbeschluss vollstreckt. Wie die Bundespolizei mitteilt, ermittelt sie seit mehreren Monaten im Auftrag der Dortmunder Staatsanwaltschaft gegen insgesamt drei Tatverdächtige wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs zum Nachteil der Deutschen Bahn AG.

Das Strafverfahren richtet sich gegen einen 25-jährigen deutschen Staatsangehörigen als Hauptverdächtigen. Der in Dortmund gemeldete Mann ist Mitarbeiter der Bahn. In der Funktion eines Servicemitarbeiters soll der 25-Jährige unrechtmäßig Taxigutscheine, wie sie von der Bahn zum Beispiel bei Zugausfällen ausgestellt werden, an Taxifahrer weitergegeben haben. Bei diesen handelt es sich um zwei 24- und 46-jährige türkische Staatsangehörige, die als selbstständige Taxiunternehmer in Dortmund tätig sind.

Taxischeine ohne Taxifahrt eingelöst

Die Gutscheine sollen später in voller Höhe bei der Deutschen Bahn abgerechnet worden sein, ohne dass es eine Taxifahrt gab. Um den Anschein der Rechtmäßigkeit zu erzeugen, sollen die Taxischeine immer dann ausgestellt worden sein, wenn es auch tatsächlich zu Störungen im Bahnverkehr kam und die Ausgabe von entsprechenden Taxischeinen somit gegebenenfalls auch gerechtfertigt gewesen wäre.

Razzia im Dortmunder Norden: Bundespolizei durchsucht mehrere Wohnungen

Die Einsatzkräfte konnten zahlreiche Beweismittel sicherstellen, die nun ausgewertet werden müssen. © Bundespolizei

Im Rahmen der Ermittlungen wurde festgestellt, dass durch das unrechtmäßige Ausstellen von Taxischeinen bislang ein Vermögensschaden von circa 156.000 Euro entstanden sein könnte.

Drei Festnahmen

Bei der Razzia am Donnerstag wurden neben dem Haupttatverdächtigen 25-Jährigen auch zwei weitere Bahnmitarbeiter vorläufig festgenommen. Bei diesen handelt es sich um einen 20-jährigen Dortmunder und einen 42-jährigen Mann aus Herten. Beide Männer sind ebenfalls tatverdächtigt, unrechtmäßig Taxischeine ausgestellt beziehungsweise den 25-jährigen Haupttatverdächtigen bei seinem Handeln unterstützt zu haben.

Im Rahmen der Durchsuchungen konnten Einsatzkräfte der Bundespolizei einen größeren Bargeldbetrag in Höhe von circa 28.000 Euro, eine Anscheinswaffe, zahlreiche Speichermedien, Computer, Laptops, Unterlagen und weitere Taxischeine der DB AG sicherstellen. Diese sind nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Zudem ergaben sich Hinweise auf einen weiteren Wohnsitz des Haupttatverdächtigen in Dortmund, der nach Rücksprache mit der Dortmunder Staatsanwaltschaft ebenfalls durchsucht wurde.

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