Bittere Pillen fürs Portmonee

31.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wundermittel - das Geschäft mit der Hoffnung ist attraktiv, aber nur für den Hersteller. Dortmunds Apotheken-Sprecher Kristian Reissig nennt Anhaltspunkte, an denen der Verbraucher den teuren Nepp erkennen kann:

Das Mittel sorgt für "sensationelle Erfolge", präsentiert mit Vorher-Nachher-Fotos.

Die sensationelle Wirkung ist auf der Packung selbst nicht angegeben. Dort steht nur ein "... zur Unterstützung bei..." oder Ähnliches.

Das Mittel wird von Ärzten und Professoren aus dem Ausland empfohlen - häufig frei erfunden. Dazu Apotheker Reissig: "Garantiert falsch sind Empfehlungen von deutschen Ärzten, denn sie dürfen laut Gesetz keine Arzneimittel bewerben."

Die meisten dieser Mittel verfügen nur über eine Bestellnummer - eine so genannte PZN (Pharmazentralnummer). Die PZN ist aber kein Qualitätssiegel. Echte Arzneimittel haben eine Zulassungsnummer (Zul. Nr.), Medizinprodukte ein CE-Kennzeichen.

Die Herstellerfirma ist eine Briefkastenfirma mit Sitz im Ausland. Oder das Wundermittel wird über das Telefon beworben und vertrieben...

... oder auf Verkaufsveranstaltungen. "Die Wundermittel lösen die Rheumadecken ab", warnt Helene Schulte-Bories, Leiterin der Verbraucherberatungsstelle. Auf der Internet-Seite der Verbraucher-Zentrale stehen jede Menge Tipps, z. B. zu Nahrungsergänzungsmitteln (als Suchbegriff eingeben). bö www.vz-nrw.de

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