Immer mehr Supermärkte in Dortmund setzen auf den blauen Kassenbon. © Franka Doliner
Neue Kassenzettel

Blaue Kassenbons erobern Dortmunder Supermärkte – das steckt dahinter

Schon mal ein „blaues Wunder“ beim Einkauf erlebt? In immer mehr Dortmunder Supermärkten gibt es jetzt blaue Kassenbons statt weißer. Was der neue Bon kann und was die Dortmunder davon halten.

„Brauchen sie den Kassenbon?“ – bevor der wieder im Müll landet, kann ich ihn auch gleich mitnehmen. Aber was hat die Kassiererin mir denn da in die Hand gedrückt? Der Kassenzettel ist blau.

Auf der grauen Rückseite steht: „Dieser Kassenzettel ist umweltfreundlich!“. Blau ist also das neue Grün. Was hat es damit auf sich?

Kein Kauf ohne Beleg – das sorgt für viel Müll

Seit dem 1. Januar 2020 gilt die Belegausgabepflicht. Jeder Kunde muss für jeden Einkauf einen Beleg erhalten. Damit soll Steuerbetrug verhindert werden. Aus Umweltsicht ist diese Regelung problematisch. Zum einen, weil täglich tausende Bons über die Ladentheke gehen, zum anderen, weil im Kassenbon gesundheitsgefährdende und umweltschädliche Stoffe stecken können.

Einige Einkaufsmärkte suchen daher nach einer umweltfreundlichen und gesünderen Alternative. Die Lösung: umweltfreundliches Thermopapier, erkennbar an der blau-grauen Färbung. Die neuen Bons werden durch rein physikalische Prozesse hergestellt und nicht wie zuvor chemisch.

Damit hat der Ökobon einige Vorteile. Da er ohne chemische Farbentwickler auskommt, ist er bei Kontakt mit der Haut und Lebensmitteln ungiftig. Außerdem kann er problemlos im Altpapier entsorgt werden und ist daher recyclebar.

Blaue Kassenbons kommen bei den Dortmundern gut an

Die meisten Dortmunder finden den Schritt hin zum Ökobon gut. „Ich finde, die Bons sehen schön aus“, meint Kundin Franca Schwark. Und auch Daniel Lausrose ist der Meinung: „Die sind auf jeden Fall besser als die Bons vorher.“ Er hofft darauf, dass die Ökobons auch in einem anderen Punkt innovativer sind. „Die Frage wäre, ob die Schrift auch so schnell verbleicht wie vorher?“, fragt sich der Dortmunder.

Tatsächlich kann die Sonne dem blauen Bon nichts anhaben. Anders als bei den üblichen Kassenbons ist dieser sonnenlichtbeständig und kann dadurch lange archiviert werden – ganz ohne zu verblassen. Allerdings ist die Oberfläche des Ökobons empfindlicher. Wer den Bon daher etwa zur steuerlichen Dokumentation aufbewahren will, sollte ihn abheften oder eine Kopie anfertigen.

„Am liebsten hätte ich den Kassenbon nur noch digital“

Kundin Claudia Blech fände eine digitale Alternative zum Papierkassenbon besser. Aber wenn es schon ein klassischer Bon sein muss, dann zumindest aus blauem Thermopapier. Lars Latengahn begrüßt, dass der Bon ins Altpapier kann: „Von der Idee her finde ich es gut.“ Er hoffe nur, dass der neue Bon auch einfach zu bekommen sei, damit zum Beispiel auch kleine Läden eine Chance hätten, auf das umweltfreundlichere Papier umzustellen.

„Ich finde gut, dass auf umweltfreundlichere Bons gesetzt wird“, sagt ein anderer Dortmunder, „schade nur, dass ja leider noch nicht alle mitmachen.“ Aber dafür immer mehr. Der blaue Kassenbon geht längst nicht mehr nur bei einzelnen Geschäften über die Ladentheke.

Edeka gibt an, den Kassenbon im Dezember 2019 eingeführt zu haben. Mittlerweile werde der Bon bereits von vielen Edeka-Kaufleuten bundesweit verwendet. Kaufland hat nach eigenen Angaben zum 1. März auf den Ökobon umgestellt.

Noch Restbestände vom weißen Bonpapier

Allerdings würden in einigen Kaufland-Filialen noch Restbestände des alten Bonpapiers bestehen, daher werde der neue Bon bundesweit voraussichtlich erst ab Ende April eingesetzt. Bei Lidl wird der Bon mit blauem Thermopapier bereits von allen rund 3200 Lidl-Filialen in Deutschland genutzt. Auch Netto setzt seit Dezember 2019 auf die blauen Bons.

Der umweltfreundliche Kassenbon scheint sich zu etablieren. Vielleicht gehen in Dortmund in Zukunft nur noch blaue Bons über die Ladentheke – der darf nach dem nächsten Einkauf immerhin ins Altpapier.

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