Das neue Nadelöhr: In beide Richtungen fließt der Verkehr auf dem Schwanenwall nur einspurig. © Oliver Schaper
Baustellen-Chaos in der City

Blindgänger-Verdacht: Wie lange bleibt der Wall dort jetzt gesperrt?

Dortmunder Autofahrer werden bei der Meldung vom Blindgänger-Verdacht unter dem Schwanenwall aufgestöhnt haben: Wie lange soll das mit den Baustellen noch dauern? Länger! Es gibt aber auch gute Nachrichten.

Bei den vielen Baustellen auf dem Dortmunder Wall kann man schon mal den Überblick verlieren. Wann startet wo eine neue Baustelle, wann wird eine fertig? Denn es handelt sich selbst für Dortmunder Verhältnisse um eine Mega-Baustelle in der City.

Hauptengpass ist zurzeit der Schwanenwall. Seit dem 14. Juni ist der Außenring des Schwanenwalls zwischen Hamburger Straße und Geschwister-Scholl-Straße in Fahrtrichtung Norden komplett gesperrt.

Dort würden die Arbeiten am Fernwärmenetz und an den Versorgungsleitungen der DEW-Tochter Donetz mindestens acht Wochen dauern, teilte die Stadt Mitte Juni bei Beginn der Baustelle mit. Damit hätte der Schwanenwall am 9. August wieder freigegeben werden können – falls alles glattgelaufen wäre.

Verdachtspunkt mitten auf dem Wall

Ist es aber nicht, weil sich bei Sondierungsbohrungen der Verdacht auf drei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkriegs erhärtet hat. Einer der Verdachtspunkte liegt mitten auf dem Wall.

Vor der Entschärfung müssen laut Stadtsprecher Christian Schön aus Sicherheitsgründen mehrere Versorgungsleitungen umgelegt werden.

Die Sondierungs- und gegebenenfalls Entschärfungsarbeiten selbst sind für den 15. August geplant, Riesen-Evakuierung inklusive. Bis mindestens dahin bleibt der Schwanenwall also dicht. Und auch danach noch:

Bevor der Verkehr wieder über den Schwanenwall rollen kann, müsse die Straßendecke erst wieder geschlossen werden, so Schön. Das Ende der Sperrung sei zwar absehbar, doch „je nachdem, wie tief gegraben werden muss, kann das schnell gehen, ein paar Tage oder sogar eine Woche dauern. Das hängt von den Arbeiten ab.“ Immerhin: ein Zeithorizont.

Andere Wall-Baustellen sind nicht berührt

Doch was bedeutet das möglicherweise für die anderen Baustellen auf dem Wall?

Und jetzt kommt die gute Nachricht: Alle anderen Baustellen rund um den Wall haben mit den drei Verdachtspunkten und der Schwanenwall-Sperrung nichts zu tun. „Die Verdachtspunkte haben in Sachen Baustellen nur Auswirkungen auf die Dauer der Schwanenwall-Sperrung“, erläutert Stadtsprecher Christian Schön.

Zu den anderen Baustellen zählt auch die Großbaustelle für den Radwall zwischen Schwanen- und Ostwall. Hier teilte die Stadt unlängst mit, dass sich der Baustart wegen Materialmangels verschoben hat – er sollte eigentlich am 12. Juli sein, nun ist Anfang August angepeilt. Dennoch: Die Bombensondierungen und die Verlängerung der Schwanenwall-Sperrung bedeuten hier keine weitere Verzögerung – und die Arbeiten selbst bedeuten auch keine neuerliche Sperrung der Auto-Spuren. Denn diese Arbeiten finden hauptsächlich auf einer Nebenfahrbahn statt.

Zwischen Stiftsstraße und Brüderweg – das ist von der Mitte der City aus betrachtet am Wall-Innenring – laufen zurzeit weitere Arbeiten, die sich vorerst bis Mitte November hinziehen.

Nach der Winterpause werden die Arbeiten wieder aufgenommen und voraussichtlich im Frühjahr 2022 abgeschlossen. Auch hier spielt sich die Bautätigkeit auf einer Nebenfahrbahn ab – und nicht auf dem Wallring selbst.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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