Nach Großbrand: Nachbarn des Wirts verlangen Reinigung ihrer Autos (mit Video)

mlzFeuer in der „Tränke“

Nach dem Feuer in ihrem Restaurant „Tränke“ konnte das Wirte-Ehepaar schnell aus dem Krankenhaus entlassen werden. Doch die Folgen des Großbrands sind gravierend – nicht nur für die Inhaber.

Bodelschwingh

, 27.09.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

So haben sich Rolf und Annegret Oehme, seit 38 Jahren Pächter des Restaurants „Tränke“ in Bodelschwingh, ihren Abschied vom Berufsleben nicht vorgestellt. Ein verheerendes Feuer am Mittwochmittag hat ihnen die Existenz geraubt. Zusätzlich tragisch: Die Wohnung der Oehmes im selben Gebäude ist nicht bewohnbar.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Der 69-Jährige und seine Frau (68), die während des Feuerausbruchs im Haus waren, sind gesundheitlich wohlauf. Der Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung hat sich nicht bestätigt. „Die Ärzte im Kirchlinder Krankenhaus haben uns sofort untersucht. Danach konnten wir die Klinik wieder verlassen“, berichtet der Wirt im Telefonat mit dieser Redaktion.

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Der Brand in der Gaststätte "Tränke"

„Die Auftragsbücher waren bis Weihnachten voll“

Gegen 12 Uhr hatte das Ehepaar das Feuer im Küchenbereich bemerkt. „Ich habe noch versucht, den Brand mit einem Feuerlöscher zu löschen“, so Rolf Oehme. Seine Frau habe währenddessen die Feuerwehr gerufen.

An Schlaf war für das Ehepaar in der Nacht nach dem Brand nicht zu denken: „Das ist alles so deprimierend, die Auftragsbücher waren bis Weihnachten voll“, erzählt der 69-Jährige. Am Tag des Feuers waren die Tische für eine größere Gesellschaft am Abend schon eingedeckt. „30 Schnitzel Cordon bleu hatte ich schon vorbereitet.“

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„Alles steht unter Wasser“

Gewütet hat das Feuer vor allem im Dachstuhl, von dem fast nichts mehr übrig ist. „Das Restaurant und unsere Wohnung stehen unter Wasser“, erzählt Rolf Oehme. Nachdem die Polizei das Gebäude am Mittwochabend freigegeben hatte, konnten sie ihre Kleidung aus der Wohnung holen. „Wir wohnen jetzt bei meiner Tochter in Hombruch.“

Die Anteilnahme von Freunden, Gästen und Bekannten sei riesig, sagt Rolf Oehme. Sein Handy stehe nicht still, allein 300 Whatsapp-Nachrichten hätten ihn bislang erreicht. Über einige seiner Nachbarn ist der Gastronom aber sehr verärgert: „Man hat mich tatsächlich gefragt, wer ihnen denn nun die verrußten Autos und Klinkersteine säubert.“

Nach Großbrand: Nachbarn des Wirts verlangen Reinigung ihrer Autos (mit Video)

Dichte schwarze Rauchwolken breiteten sich während des Großbrands in der "Tränke" über Bodelschwingh aus. © Helmut Kaczmarek

Zukunft der Immobilie ist ungeklärt

Wie es mit der Immobilie weitergeht, ist unklar. Die Eigentümer, Susanne und Gisbert Westermann, haben sich ein Bild gemacht, können aber noch nichts zur Zukunft sagen: „Wir müssen erst abwarten, was die Versicherung und die Gutachter sagen“, so Susanne Westermann. Der Anblick sei „spooky“ gewesen. „Alles ist nass, und eine Tafel für die nächste Feier war schon gedeckt.“

Rolf und Annegret Oehme hatten längst Pläne, wie sie ihren Ruhestand einläuten wollten. „Mitte März im nächten Jahr sollte Schluss sein. Von unseren Gästen wollten wir uns mit einer großen Feier verabschieden“, so Oehme.

Die Brandursache steht noch nicht fest.

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