Bodenschwellen sollen Wall-Raser stoppen - Höchstgeschwindigkeit: „10 bis 15 km/h“

mlzRaserszene

Seit Jahren ärgern sich Anwohner des Ostwalls über rasende Autofahrer. Bodenschwellen sollen nun die Raser stoppen. Es gibt jedoch Zweifel an der Wirksamkeit.

Dortmund

, 07.11.2019, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Uns ist sehr wichtig, dass die Anwohner nachts nicht belästigt werden“, sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau beim Ortstermin. Nach Berichten von Anwohnern werde der Parkstreifen des Ostwalls als „Boxengasse“ genutzt, um vom Wall abzubiegen, Gas zu geben und mit hoher Geschwindigkeit „die eine oder andere Ampel zu umgehen“, so Sierau.

Einer der Nachbarn hat zu Stoßzeiten 40 Abbiegungen in einer halben Stunde gezählt. Schwarz-gelbe Schwellen auf der Fahrbahn sollen die Autofahrer dort jetzt abbremsen - und damit Lärm und gefährliche Situationen verhindern.

„Den Straßenstrich haben wir auch weggekriegt“

„Ob das gelingt, werden wir sehen“, sagte Sierau: „Wenn das nicht reicht, werden wir nachdenken, was noch zu tun ist.“ Abschließend sagte der Oberbürgermeister noch mit Blick auf die Raserszene: „Den Straßenstrich haben wir in Dortmund auch weggekriegt.“

Bodenschwellen sollen Wall-Raser stoppen - Höchstgeschwindigkeit: „10 bis 15 km/h“

Vertreter von Stadtverwaltung und Polizei stellen die neue Maßnahme vor. © Kevin Kindel

Ein Anwohner und Hausbesitzer des Ostwalls sieht die aktuelle Maßnahme aber kritisch. Der Mann, der seinen Namen nicht veröffentlichen möchte, sagt: „Ich glaube, dass mein Auto diese flachen Schwellen gar nicht merkt, wenn ich darüber fahre.“

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Grundsätzlich könnten die Behörden immer mehr gegen die Raser unternehmen, er sagt aber auch: „Man muss auch fair sein und sagen, dass die Parkplätze ruckzuck geräumt sind, wenn die Polizei hier kontrolliert.“ Ihm selbst seien häufig sogar Schläge angedroht werden, als er sich bei den Autofahrern beschwerte, die sich an dem Parkstreifen treffen.

Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl verteidigt die neuen Schwellen: „Sie regeln die Geschwindigkeit auf 10 bis 15 km/h runter. Und in tiefergelegten Fahrzeugen merken Sie den Effekt erst recht.“ Baut man solche Schwellen zu hoch, bestehe die Gefahr, dass auch „normale“ Autos die Straße nicht mehr ordnungsgemäß befahren können.

Komplette Sperrung nicht im Sinne der Anwohner

Wichtig ist auch Ralf Ziegler von der Polizei: „Nicht jeder Tuner ist ein Raser.“ Normale Bürger müssen den Parkstreifen weiterhin nutzen können, deshalb sei es auch nicht im Sinne der Anwohner die Straße dort dauerhaft nachts abzusperren. Das passiert aktuell je nach Einsatzlage.

In den nächsten Monaten soll ein neuer Blitzer am südlichen Wallring aufgestellt werden, außerdem werden die Ampelschaltungen so verändert, dass Autofahrer nachts häufiger halten müssen. „Das ist genau so gewollt“, hofft Sylvia Uehlendahl auf das Verständnis der Bürger. Fahren Raser nachts dann über rote Ampeln, habe die Polizei eine andere rechtliche Handhabe, sie zu bestrafen.

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