Feuerwerk in der Innenstadt (wie hier auf einem Archivbild von 2017) gibt es schon länger nicht mehr. In diesem Jahr gibt es sogar ein komplettes Verkaufsverbot für Raketen und Böller. © Archivbild
Silvester

Böller-Verkaufsverbot: Händler müssen für Feuerwerk extra Bunker mieten

In Dortmunder Geschäften wird es 2020 kein Feuerwerk zu kaufen geben. Das sorgt für Enttäuschung bei Händlern. Ob es Silvester damit ruhig bleibt auf Dortmunds Straßen, ist nicht garantiert.

Menschengruppen, die an Silvester gemeinsam auf der Straße Feuerwerkskörper zünden, sind zum Jahreswechsel 2020/21 nicht erwünscht. Deshalb wird die nordrhein-westfälische Landesregierung ein Versammlungs- und Ansammlungsverbot am 31.12. und 1.1. erlassen.

Das Zünden von Feuerwerk selbst wird nicht pauschal verboten. Es gibt einen Appell von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, darauf zu verzichten, auch bei bereits gekauftem Feuerwerk.

Verkaufsverbot statt pauschalem Böllerverbot

Statt eines Böllerverbots gibt es eine Verkaufsverbot für Feuerwerk. Bislang war dies ab dem 28. Dezember bei speziellen Händlern und den meisten Supermarkt-Ketten möglich.

Unternehmern wie Christoph Scheiding treibt das „die Tränen in die Augen“. Der Inhaber der Kette „Scheidings Lagerverkauf“ hatte ohnehin schon nur sehr eingeschränkt mit Feuerwerk geplant. Unter anderem war der in der Vergangenheit immer gut besuchte Nachtverkauf in Dortmund bereits vor einigen Wochen abgesagt worden.

Feuerwerk muss in geschütztem Bunker eingelagert werden

„Ich fand es vernünftig, dass es eingeschränkt werden soll. Dass wir jetzt gar nichts machen können, ist bitter. Und kostet uns richtig was“, sagt Scheiding. Denn er sitzt wie viele andere bereits auf Ware, die er bereits im Januar aus Asien bestellt hat. Die Feuerwerkskörper müssen nun in einem sicheren Bunker eingelagert werden. Kostenpunkt für die Miete für so einen Raum: rund 20.000 Euro.

Aus seiner Sicht wäre der Schaden für Unternehmer geringer gewesen, wenn bereits vor vier Wochen ein komplettes Böllerverbot ausgesprochen worden wäre und Händler entschädigt worden wären.

Danny Seck ist staatlich geprüfter Pyrotechniker und verkauft selbst auch Feuerwerk. Er sei „menschlich enttäuscht“ von der Haltung der Politik. Innerhalb der Branche sei der Schock über das komplette Verkaufsverbot groß. Für ihn selbst bedeute es Einbußen von rund 40 Prozent des Jahresumsatzes.

Dortmunder Feuerwerker: „Der Schwarzmarkt boomt“

Danny Seck warnt wie schon Ende November davor, dass der Plan der Bundesregierung, durch ausbleibendes Silvesterfeuerwerk die Krankenhäuser zu entlasten, auch nach hinten losgehen könne. Denn in einschlägigen Online-Foren werde schon seit einigen Wochen mit grenzüberschreitenden Fahrten in Länder wie Polen, Tschechien oder Frankreich geplant, wo es andere Feuerwerksregeln gibt.

„Der Schwarzmarkt boomt“, sagt der Dortmunder. Und anders als seine Kunden, die Feuerwerksfans seien und „schöne Sachen“ suchten, würden dort wesentlich „schwerere, gefährlichere Sachen“ gehandelt.

Noch keine Neuigkeiten zu Böllerverbotszonen in Dortmund

Die Stadt Dortmund ist aufgerufen, „belebte Bereiche“ zu benennen, in denen das Böllern vollständig untersagt ist. Das Ordnungsamt kann zum Silvesterthema bis zum Vorliegen einer aktualisierte-Schutzverordnung keine Aussage treffen, was genau zum Jahreswechsel geplant ist.

Stadtsprecher Maximilian Löchter sagt, dass alle möglichen Maßnahmen „sukzessive und lagebildabhängig“ entwickelt und umgesetzt würden. „Dazu gehören auch Silvestereinsätze“, so Löchter.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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