Bollermann bleibt als Regierungspräsident im Chefsessel

Unstimmigkeiten ausgeräumt

Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann hat nach seinem Urlaub seine "Dienstgeschäfte wieder aufgenommen“, so der 66-Jährige. Nach einem "konstruktiven Gespräch" mit NRW-Innenminister Ralf Jäger über die Flüchtlingsunterbringung, so Bollermann, seien alle Unstimmigkeiten ausgeräumt.

DORTMUND

, 20.07.2015, 01:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gerd Bollermann bei einem Redaktionsbesuch der Lokalredaktion Dortmund.

Gerd Bollermann bei einem Redaktionsbesuch der Lokalredaktion Dortmund.

Innenminister Jäger hatte vor drei Wochen für die Urlaubszeit von Bollermann überraschend personelle Verstärkung aus der Landeshauptstadt nach Arnsberg geschickt. „Bis auf Weiteres“, so das Ministerium damals , wurde der Vize-Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Schnieder, beauftragt, die Geschäfte des Regierungspräsidenten zu übernehmen.

Viele im Land deuteten diesen Schritt als Entmachtung Bollermanns, der am 31. August in den Ruhestand geht. Jäger bekam für diese Entscheidung Gegenwind. Unter anderem der SPD-Unterbezirk in Dortmund bezeichnete sie als „einmaligen Vorgang“ und zeigte sich „mehr als verärgert“. 

Der Innenminister möge sich stattdessen verstärkt bemühen, die ungleiche Verteilung der Asylbewerber zwischen Westfalen, das immer mehr Zuweisungen bekomme, und dem Rheinland zu beseitigen. Auf diesen Umstand hatte auch Bollermann immer wieder hingewiesen.

5000 Flüchtlinge pro Woche

Nun der Rückzieher von Jäger. Doch angesichts weiter steigender Flüchtlingszahlen (aktuell in NRW mehr als 5000 Neuankömmlinge pro Woche) begrüße er die Zusammenarbeit mit Schnieder, sagte Bollermann.

Schnieder werde künftig eine Projektgruppe des Innenministeriums vor Ort leiten, um die Neuorganisation der Zuständigkeiten für die Flüchtlingsunterbringung umzusetzen. Bislang war allein die Bezirksregierung in Arnsberg für die Erstunterbringung und Verteilung von Asylbewerbern verantwortlich, in Zukunft sind angesichts der besonderen Herausforderungen fünf Bezirksregierungen mit im Boot.

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