Bombe an BVB-Trainingsgelände in Dortmund musste gesprengt werden

mlzBlindgänger

Im Wohngebiet Hohenbuschei ist ein Blindgänger gefunden und gesprengt worden. Der Bahnverkehr und 1800 Anwohner waren betroffen. Auch der BVB musste reagieren.

Brackel, Scharnhorst

, 12.11.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie hatten gehofft, es seien nur Verdachtspunkte: Tatsächlich lag aber ein 250-Kilogramm-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände des Royal Saint Barbara‘s Golf Clubs in Brackel begraben. Am Mittwoch (11.11.) wurde die Bombe gefunden, am Donnerstag entschärft. Und die Golfer waren nicht die einzigen Sportler, die betroffen waren. Auch das Trainingsgelände des BVB in der Nähe der Fundstelle musste evakuiert werden.

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Blindgänger auf dem Golfplatz kontrolliert gesprengt

Am Donnerstagnachmittag milderten auf dem Golfplatz 160 Kubikmeter Sand und rund 48.000 Liter Wasser in Spezialtanks den Druck der kontrolliert gezündeten Weltkriegsbombe ab, wie Vorstandsmitglied des Golfclubs Rainer Rathgeber auf Nachfrage dieser Redaktion erklärte.

Die Sprengung der Bombe durch Kampfmittelexperten der Bezirksregierung Arnsberg erfolgte um 16.30 Uhr genau dort, wo Queen Elisabeth II. 1984 höchstpersönlich die Dortmunder Kaserne und eben auch den Golfplatz besuchte.

Queen Elisabeth II.  besuchte 1984 die Dortmunder Kaserne und so auch den Golfplatz.

Queen Elisabeth II. besuchte 1984 die Dortmunder Kaserne und so auch den Golfplatz. © Foto: Ewers

Kampfmittelfund betraf 1800 Anwohner, BVB und Bahn

Der Kampfmittelfund betraf aber nicht nur den Golfplatz und den BVB, sondern auch die Menschen in einem 800 Meter-Radius um den Fund herum: 1800 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Und auch die Bahn mit ihrer Strecke zwischen Dortmund und Hamm war von der Entschärfung der Bombe betroffen. Die Stadt Dortmund und auch der BVB versicherten, die Evakuierung der Gelände sei problemlos verlaufen.

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Ab 13 Uhr konnten sich die Anwohner des Wohngebiets Hohenbuschei in der Gesamtschule Scharnhorst als Notevakuierungsstelle einfinden. Schulleiter Nadim Al-Madani konnte dem zurecht „tiefenentspannt“ entgegen sehen: Nur neun Anwohner suchten Zuflucht in der Scharnhorster Schule.

Wann werden Pizza und eine Flasche Rotwein geliefert?

Für die Einsatzleiter Udo Schönfeld (Feuerwehr) und Stefan Gießelmann (Johanniter) und ihre Teams war es ein ausgesprochen ruhiger Einsatz. Krankentransporte gab es gar nicht, zwei Menschen, die sich in Corona-Quarantäne befanden, wurden in eine Sozialstation nach Syburg gebracht.

Zu den wenigen Nutzern der Evakuierungsstelle gehörten Gabi Schröder und Udo Thielert. Sie wollten den Nachmittag nicht bei Verwandten verbringen, weil die zur Corona-Risikogruppe gehören. Ihren Humor konnte ihnen der unfreiwillige Ausflug nicht nehmen. Sie fragten scherzhaft, wann denn wohl die Pizza und eine Flasche Rotwein geliefert werden. Beides gehörte zwar nicht zum Repertoire der Johanniter, dafür aber Kaffee, Tee, Wasser und Plätzchen.

Gabi Schröder und Udo Thielert lassen sich den Tee in der Gesamtschule Scharnhorst schmecken. Sie sind zwei der vier Anwohner in der Evakuierungsstelle.

Gabi Schröder und Udo Thielert lassen sich den Tee in der Gesamtschule Scharnhorst schmecken. Sie sind zwei der vier Anwohner in der Evakuierungsstelle. © Andreas Schröter

Udo Schönfeld führte die geringe Resonanz in der Evakuierungsstelle darauf zurück, dass bereits am Mittwoch frühzeitig Flyer im Evakuierungsgebiet verteilt worden waren, sodass sich die Menschen auf den Tag vorbereiten konnten.

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