Borsigplatz-Viertel erstickt im Lastwagen-Verkehr

mlzLärmbelästigung

Seit auf der Brackeler Straße wegen der Feinstaubbelastung ein Fahrverbot gilt, beklagen Anwohner am Borsigplatz blockierte Straßen und starke Lärmbelästigung durch Lastwagen.

Borsigplatz

, 12.02.2019, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Lastwagen schieben sich in einer Seitenstraße des Borsigplatzes aneinander vor bei, zwischen ihnen und den am Straßenrand parkenden Autos bleiben nur wenige Zentimeter Platz. Eine Situation, die sich nach Informationen der Anwohner häuft. Grund dafür sei das Fahrverbot für Lastwagenfahrer auf der Brackeler Straße – wegen der Feinstaubbelastung.

Offener Brief an die Bezirksvertretung

In der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord landete das Thema auf der Tagesordnung. Und die Mitglieder reagierten mit Verständnis für die Anwohner und auch mit Ärger auf den Lkw-Verkehr, der sich seine Wege durch das Viertel bahnt. Es sei nicht das erste Mal, dass sich die BV damit befassen müsse. Andre Groß, Leiter des Wohnhauses der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Hirtenstraße 24, hat das Thema durch einen Offenen Brief an die Geschäftsführung der Bezirksvertretung erneut auf die Tagesordnung gebracht.

Seit gut vier Jahren hat die Einrichtung ihren Sitz in der Nachbarschaft des Borsigplatzes. Allgemein freue man sich über ein „schönes, grünes Wohnumfeld, welches zum überwiegenden Teil verkehrsberuhigt ist“, so Groß. Im Laufe der Zeit habe man aber eine Gefahrenquelle für die eigenen Bewohner und andere Anlieger ausgemacht: „Wir sind hier einem permanenten Schwerlastverkehr durch Lastwagen ausgesetzt.“ Ständig würden Lastkraftwagen auf die Lünener Straße, die Wambeler Straße und die Hirtenstraße ausweichen, umdas Fahrverbot für die Brackeler Straße zu umgehen.

Fahrverbot „gerät zur Farce“

Das dort geltende Fahrverbot gerate „regelrecht zur Farce“, wenn durch den Schleichverkehr die verkehrspolitische Entscheidung so leicht ausgehebelt werde. „Günstiger wäre es aus unserer Sicht, die Lkw die Brackeler Straße passieren zu lassen“, so Andre Groß. Die sei zumindest für Verkehr dieser Art ausgebaut.

Dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Dorian Marius Vornweg sei die Situation bekannt. Es habe deswegen auch schon Umzüge von Anwohnern gegeben. Brigitte Jülich, Fraktionsvorsitzende der SPD, reagierte verstimmt: „Das Thema ist doch schon einmal auf dem Tisch gelandet.“ Damals sei das vermehrte Aufkommen von Verkehrsproblemen in dem Viertel verneint worden. „Gut, dass die Situation jetzt auch mit Fotos belegt worden ist.“

Sachstandsbericht eingefordert

Einstimmig beschlossen die Vorortparlamentarier, für eine der nächsten Bezirksvertretungen einen mündlichen Sachstandsbericht von der Stadtverwaltung zu erbitten.

Lesen Sie jetzt