Dreck, Müll, Ekel-Gestank: Mieterin hinterlässt Dortmunder Wohnung in chaotischem Zustand

mlzMessi-Wohnung

Ein Vermieter aus Brackel ist entsetzt: Seine Mieterin hat ihre Wohnung in einem katastrophalen Zustand hinterlassen. Auf sein Geld wartet er auch noch.

Brackel

, 15.01.2020, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zustände in der Wohnung in Brackel kann man sich kaum vorstellen. In allen Zimmern türmt sich der Müll, das Wohnzimmer ist voller leerer Bierflaschen, und auf dem Boden sind vor lauter Unrat kaum noch begehbare Schneisen zu finden.

Wollte man die Toilette benutzen, müsste man über einen Berg undefinierbarer Gegenstände steigen. Man möchte am liebsten nicht genauer hinsehen.

In allen Räumen stinkt es zudem durchdringend. Auch das Interieur der Wohnung wirkt angegriffen: Die Tür zum Badezimmer fault von unten her. Es scheint nicht möglich, dass hier tatsächlich jemand wohnen könnte. Und doch ist es bis zum vergangenen Wochenende (11./12. Januar) so gewesen. Erst dann ist die 32-jährige Mieterin aus der Wohnung am Burrichterweg ausgezogen.

Mieterin soll eine Krankenschwester gewesen sein

Vermieter Hans-Georg Bragrock erklärt, die Dame – nach seinen Angaben eine Krankenschwester - habe seit August 2018 in seinem Haus gewohnt. Richtig glücklich war Bragrock mit der 32-Jährigen von Anfang nicht. So habe sie sich standhaft geweigert, jemanden hinein zu lassen.

Dreck, Müll, Ekel-Gestank: Mieterin hinterlässt Dortmunder Wohnung in chaotischem Zustand

Vermieter Hans-Georg Bragrock ist entsetzt über den Zustand einer Wohnung, die er vermietet hatte. © Andreas Schröter

Zuerst habe er nichts unternommen, aber zuletzt sei die Lage eskaliert. Weil die Frau entsprechende Rechnungen nicht bezahlt hatte, wurde ihr zeitweise der Strom abgestellt. Auch mit der Miete sei sie seit vier Monaten im Rückstand. Inzwischen habe er das Schloss zur Müll-Wohnung austauschen lassen. Hinein kann die Mieterin also nicht mehr.

Dreck, Müll, Ekel-Gestank: Mieterin hinterlässt Dortmunder Wohnung in chaotischem Zustand

Ein Blick ins Badezimmer der Wohnung in Brackel. © Andreas Schröter

Allerdings habe sie noch den Hausschlüssel. Hans-Georg Bragrock will nun einen Rechtsanwalt einschalten, um zu erwirken, dass er wenigstens diesen Schlüssel zurückbekommt. Außerdem will er mit einigen Freunden die Wohnung selbst entrümpeln. Damit eine professionelle Firma zu beauftragen, sei ihm zu teuer.

Wohnung in Brackel muss von Grund auf renoviert werden

Die Hoffnung, dass er von seiner ehemaligen Mieterin noch einen Cent sieht, hat er aufgegeben. Bevor er die Wohnung neu vermieten kann, muss er sie von Grund auf renovieren. Inzwischen habe er gehört, so Hans-Georg Bragrock weiter, dass die Dame wegen ähnlicher Probleme auch aus ihrer vorigen Wohnung in Wickede geflogen ist.

Dreck, Müll, Ekel-Gestank: Mieterin hinterlässt Dortmunder Wohnung in chaotischem Zustand

So sieht die Küche der Wohnung am Burrichterweg aus. © Andreas Schröter

Christian Kretz, Leiter der Rechtsabteilung des Eigentümerverbandes Haus & Grund, kennt solche Probleme: „Das kommt immer mal wieder vor.“ Er empfehle, sich bei Neuvermietungen ein möglichst genaues Bild über einen Mieter zu machen. Das funktioniere beispielsweise mit einer Schufa-Auskunft oder indem man sich die letzten Gehaltsabrechnungen zeigen lasse. Letzte Sicherheit biete das natürlich nicht.

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Der Müll stapelt sich in allen Räumen. © Andreas Schröter

Habe man einen Verdacht, dass mit der Wohnung etwas nicht stimme, sollte man eine Wohnungsbesichtigung verlangen. Das sei bei einem berechtigten Interesse durchaus möglich, wenn man die Besichtigung eine Woche vorher schriftlich ankündige. Für betroffene Vermieter sei „Haus & Grund“ bei entsprechenden Problemen ein guter Ansprechpartner.

Psychische Erkrankkung

Diogenes- oder Vermüllungssyndrom

Menschen, die ihre Wohnung nicht in Ordnung halten können, leiden laut Internetlexikon Wikipedia oft an dem Diogenes- oder Vermüllungssyndrom, einer psychischen Störung. Die fehlende Ordnung in der Wohnung nimmt ein solches Ausmaß an, dass irgendwann mehr oder weniger die gesamte Wohnung mit Müll und wertlosen Gegenständen gefüllt ist beziehungsweise „zuwächst“, da nichts mehr weggeworfen wird. Menschen, die an einem Vermüllungssyndrom leiden, können wertlose Gegenstände emotional nicht mehr als solche erkennen und sich deshalb nicht mehr von ihnen trennen. Vielmehr horten sie nahezu alles, was einmal in die Wohnung gelangt, meistens mit dem Vorsatz, irgendwann einmal aufzuräumen. Dies gelingt ihnen jedoch nicht.
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