Maike und Marcel Müller mit ihrer Tochter im Westfalenpark. Unweit von hier gaben sie sich das Ja-Wort. © Annika Fiedler
Trauung im Westfalenpark

Bräutigam erlebt peinliche Panne bei Hochzeit in Dortmund

Die Hochzeit in Dortmund war perfekt organisiert. Und doch fehlte ein unglaublich wichtiges Detail. Durch einen kreativen Einfall verwandelte sich die Katastrophe noch in eine Traumhochzeit.

Marcel (37) und Maike Müller (35). Die Alliteration in ihren Namen ist nicht das einzige Besondere an diesem Ehepaar aus Unna. Auch die Hochzeit der beiden vor zwei Jahren war einzigartig – vor allem wegen einer Panne.

Ein Rundum-Sorglos-Paket

Die Hochzeit an der Buschmühle war komplett durchgeplant. Das Paar hatte sich für eine freie Trauung entschieden. Es heiratete also nicht kirchlich. Die Ortswahl fiel auf den Westfalenpark, denn dort hatten die beiden sich zum ersten Mal gesehen.

Maike Müller, Steuerfachangestellte, stammt ursprünglich aus Dortmund und ist der Liebe wegen nach Unna gezogen. Dort lebt sie mit ihrem Mann, er arbeitet als Monteur bei einem Energieversorger.

Eine Traurednerin schrieb eine sehr persönliche Rede für den großen Tag und dank der Hochzeitsplanerin Silvia Heßmer von „Ruhrliebe“ konnten die beiden sich ganz auf sich selbst konzentrieren.

Das Rundum-Sorglos-Paket also. Es hätte alles perfekt sein können. Dann vergaß Marcel Müller im entscheidenden Moment aber eine winzige – und doch sehr bedeutende – Kleinigkeit.

„Das Einzige, was in unserer Hand lag“

Eigentlich hatte der Tag unter einem guten Stern begonnen. Wie es Tradition ist, hatten sich Braut und Bräutigam voneinander getrennt für die Hochzeit angezogen. Das Wetter war fast schon zu gut, ziemlich heiß. Wie „im Märchen“, erinnert sich Marcel Müller. Seine Partnerin versteckte sich am Eingang, weil er sie vor der Trauung nicht sehen sollte.

Während der Bräutigam also auf seine Braut wartete, fiel ihm plötzlich etwas Schreckliches auf: Er hatte „den größten Fehler, den man so machen kann“ begangen, wie der 37-Jährige sagt. Denn er hatte ausgerechnet die Ringe vergessen. „Das war ja das Einzige, was in unserer Hand lag“, sagt Maike Müller lachend.

Es mussten Rettungsringe her

Zusammen mit seinem Vater wollte Marcel Müller schnell los, um sie zu holen. Allerdings lagen zwischen ihm und den Ringen eine halbe Stunde Autofahrt. Davon konnte Maike ihn gerade noch abhalten.

Stattdessen fanden die Traurednerin und die Hochzeitsplanerin zusammen eine ziemlich kreative Lösung. Aus Paketband bastelten sie Ersatzringe, die Braut und Bräutigam sich dann gegenseitig zubinden mussten.

Die Ersatz-Ringe aus Paketband musste das Paar sich bei der Trauung gegenseitig zuknoten. © Grubenglück GmbH © Grubenglück GmbH

Und trotzdem perfekt

Der Ausrutscher hat ihre Hochzeit zu etwas ganz Besonderem gemacht. „Also für dich war es eine Panne, ich glaube, die du erstmal verarbeiten musstest“, sagt Maike an ihren Mann gewandt. „Aber für mich war das eher so das i-Tüpfelchen, was die Hochzeit perfekt gemacht hat.“

„Das war dann unsere Hochzeit“, sagt die 35-Jährige. „Denn wir sind schusselig. Wir müssen uns immer alles aufschreiben.“ Es sei einfach „typisch“ gewesen.

Marcel Müllers Panne hat übrigens Tradition in seiner Familie. Denn auch sein Vater vergaß damals die Ringe bei seiner Hochzeit. Da seine Eltern aber bereits 42 Jahre lang verheiratet sind, werten die beiden das als gutes Zeichen.

Die „Rettungsringe“ bewahrt das Ehepaar Müller liebevoll in einer Schachtel auf. © Maike und Marcel Müller © Maike und Marcel Müller

Ein bisschen Tradition schadet auch nicht

Außer, dass die Feier wegen der Hitze spontan nach draußen verlegt werden musste, lief der Tag von da an reibungslos ab. Es gab auch eine Fahrt mit der Bimmelbahn durch den Westfalenpark. An einige Bräuche hat sich das Paar auch gehalten. Nicht unbedingt aus voller Überzeugung, sondern einfach, um auf Nummer sicher zu gehen.

So trug Maike Müller neben einem weißen Kleid auch etwas Altes, etwas Blaues, etwas Geborgtes und etwas Neues. Eine Tradition wandelten sie aber doch ab: Statt einem Blumenstrauß warf sie ein als Braut verkleidetes Vogelstrauß-Plüschtier über die Schulter.

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