Gefahr auf dem Schulweg: Kinder müssen auf der Straße laufen, weil Bürgersteige fehlen

mlzÄrger in Brechtener Heide

Die Kinder aus der Brechtener Heide wünschen sich von OB Ullrich Sierau einen vernünftigen Bürgersteig für ihre Sicherheit. Doch das einzige, was sie bekommen, sind leere Versprechungen.

Brechten

, 17.07.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es gibt keinen Bürgersteig. Das ist sehr gefährlich, besonders für uns“, schrieb die 10-jährige Fiona in einem Brief an den Oberbürgermeister Ulrich Sierau (SPD). Seit Jahren warten die Anwohner in der Neubausiedlung Brechtener Heide auf einen vernünftigen Straßenausbau.

Besonders für die Kinder ist die Situation dort derzeit schwierig. Durch die fehlenden Bürgersteige müssen sie ihren Schulweg in großen Teilen auf der Straße zurücklegen. Die Gefahr, dabei von einem Auto erwischt zu werden, ist groß. Für die Eltern ist das also keine Option, stattdessen müssen die Kinder einen Umweg in Kauf nehmen, um zur Brechtener Grundschule am Scharfen Eck zu kommen.

40 Kinder schreiben an den Oberbürgermeister

Schriftlich hatte Fiona all das im Oktober 2018 zusammengefasst, was die Kinder in der Brechtener Heide aufgrund der provisorischen Straßen und fehlenden Bürgersteige bewegt: Sie wollen endlich ohne Umweg zur Schule oder einfach nur sicher über die Straße gehen können. Über 40 Kinder haben den Brief unterschrieben, der den Oberbürgermeister erreichte.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Zwar seien momentan noch so viele Häuser im Bau, dass die Straßen nicht direkt fertiggestellt werden könnten. Aber Mitte 2019, versprach Ullrich Sierau (SPD), sollten die Bauarbeiten beginnen. Bis heute hat sich jedoch nichts getan. Warum? Wann wird es losgehen? Unsere vor Tagen gestellte Anfrage bei der Stadtverwaltung blieb bisher unbeantwortet.

Immer wieder um ein halbes Jahr vertröstet

„Muss erst einem von unseren Kindern etwas passieren?“, fragt Linda Neuss, Anwohnerin in der Brechtener Heide, verärgert. Ihre Familie wohnt, ebenso wie viele andere, seit fast 10 Jahren in dem Neubaugebiet. Am Anfang habe man die Begründung der Stadt nachvollziehen können, erst alle Häuser fertig zu bauen und zu vermarkten, bevor die Straßen vollständig ausgebaut würden. Doch mittlerweile werde man seit drei, vier Jahren immer wieder um ein halbes Jahr nach hinten vertröstet.

Was zu Beginn noch akzeptabel war, ist für viele Anwohner mittlerweile unerträglich. „Unsere Kinder werden älter und wir würden gerne loslassen. Aber bei den Bedingungen hier können wir das nicht“, sagt Ina Woggesin. Denn das Problem sind nicht nur die unfertigen Gehwege und Straßen, sondern alles, was noch daran hängt.

Raser und Beleuchtung gehören zum Gesamtproblem

So sorgt die breite Straße ohne Gehwege dafür, dass viele Raser in der Brechtener Heide unterwegs sind. Teilweise werde man schon auf einem kurzen Stück hupend überholt. Da helfen auch die Tempo-30-Pictogramme nicht, die zum größten Teil bereits verblasst sind. „Die interessiert auch nicht, wenn meine Tochter direkt vor der Tür spielt, sie rasen trotzdem“, sagt Anja Diedrichs.

Ein weiteres Problem hat zwar nichts mit dem Straßenausbau an sich zu tun, hängt aber unmittelbar damit zusammen: die Beleuchtung. „Ich gehe abends ohne Taschenlampe nicht mehr mit meinem Hund“, sagte eine Anwohnerin. Eigentlich war den Anwohnern versprochen worden, dass sich die Situation bessern würde, „aber da ist nicht wirklich etwas passiert“, so die Anwohnerin.

Doch die Anwohner wollen nicht nur meckern. Sie haben auch Lösungsvorschläge parat, wie man die Zeit bis zur Fertigstellung der Straße überbrücken könnte. So ist von mobilen Geschwindigkeitsmessern, neuen Tempo-30-Piktogrammen oder einfach normalen Blitzern die Rede. „Wir wollen einfach, dass sich etwas ändert, bevor etwas passiert“, sind sich alle Anwohner einig.

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