Brücke zwischen den Religionen

12.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sie geben Rätsel auf, laden ein zur Spurensuche - und schlagen Brücken zwischen den Religionen. Denn die langen Papierbahnen überwinden künstlerisch die Grenzen zwischen ganz verschiedenen Gotteshäusern.

"Die Präsenz des Anderen" ist denn auch der Titel des interreligiösen Kunstprojekts, das zur Museumsnacht am Samstag offiziell gestartet wird. In zwei muslimischen Moscheen, zwei christlichen Kirchen und der jüdischen Synagoge hat der Dortmunder Künstler Dirk Fahle mit den Papierbahnen Abdrücke von Bodensegmenten genommen. Und in allen Gotteshäusern sind nun jeweils drei Kunstwerke stellvertretend für die Religionen "zu Gast".

"Ein interreligiöser Dialog in anderer Form", erklärt Pfarrer Friedrich Stiller als Islambeauftragter der Vereinigten Kirchenkreise, der gemeinsam mit Marlies Haarmann als seiner "Amtskollegin" auf katholischer Seite den Anstoß zu der Aktion gegeben hat. "Die Kunstwerke, die in den Gotteshäusern hängen, zeigen: Wir sind offen, ohne unsere eigene Substanz aufzugeben", erläutert Marlies Haarmann. Zugleich sei die gemeinsame Aktion eine Friedensbotschaft und ein Zeichen, dass religiöses Miteinander möglich ist, sind sich die beteiligten Gemeindevertreter einig. Die ersten Reaktionen in den Gotteshäusern sind in jedem Falle positiv. "Die Kunstwerke haben in unserer Moschee viele neugierig gemacht", berichtet etwa Ahmad Aweimer, Imam in der Abu Bakr-Moschee an der Carl-Holtschneider-Straße in der Nordstadt.

Außer dort hängen die Bahnen in der DITIB-Zentralmoschee an der Kielstraße sowie in der katholischen St. Dreifaltigkeitskirche und dem Lutherzentrum an der Flurstraße. Dort findet am Museumsnacht-Samstag um 17 Uhr auch die offizielle Eröffnung des Kunstprojekts statt. Anschließend sind die Werke bis zum 14. Oktober in den Gotteshäusern zu sehen, ab Ende September auch im jüdischen Gemeindezentrum. Oliver Volmerich

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