Der Täter beim Prozessauftakt im Juli. Damals trugen die Wachtmeister noch keine Masken. © Martin von Braunschweig
Sicherungsverwahrung

Brutaler Serienvergewaltiger dreht beim Urteil Däumchen

Ein Serienvergewaltiger ist vom Landgericht Dortmund zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Der 33-Jährige zeigte bei der Verkündung der Entscheidung demonstrativ sein Desinteresse.

Ein 33-jähriger Dortmunder wurde am Donnerstag (17.12.) zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Drei Frauen wurden von dem Angeklagten nachts überfallen, geschlagen, beraubt und sexuell attackiert. Nur in einem Fall gelang es ihm nicht, sein Opfer auch zu vergewaltigen.

Die Frauen hatten überhaupt keine Chance, sich gegen die Attacken zur Wehr zu setzen. Der erste Angriff erfolgte immer aus dem Hinterhalt. Und weil der Mann mit brutaler Gewalt zu Werke ging, hatte er jeden Widerstand sofort gebrochen.

Opfer leiden bis heute

Alle Opfer leiden bis heute unter den Folgen der Tat. Eine Frau ist inzwischen nach Portugal ausgewandert, empfindet aber auch dort noch Angst, wenn sie nachts alleine unterwegs ist. Eine andere Frau hatte bei der Attacke mehrere blutende Platzwunden und Knochenbrüche im Gesicht erlitten.

Der Notarzt, der sie im Dezember 2019 als erster behandelte, musste noch während seiner Zeugenaussage vor Gericht mit den Tränen kämpfen. „Ich hatte Angst, dass sie wieder ohnmächtig wird“, sagte der Mediziner den Richtern. Weil das Gesicht so stark geschwollen war, hätte er in diesem Fall wohl keinen Beatmungsschlauch einführen können.

Opfer haben beeindruckendes Auftreten gezeigt

Die Richterin wandte sich zu Beginn der Urteilsbegründung direkt an die anwesenden Frauen und sagte: „Ihre Geduld und Ihre Kraft ist durch diesen Prozess sicherlich strapaziert worden.“ Die Opfer hätten in der Verhandlung jedoch ein beeindruckendes Auftreten gezeigt und damit demonstriert, dass es möglich sei, nach einer solchen Tat die Kontrolle über sein Leben zurückzubekommen.

Die am schwersten verletzte Dortmunderin hatte nach den Plädoyers sogar direkt den Angeklagten angesprochen und gesagt: „Sie können froh sein, dass wir Frauen nur Gerechtigkeit wollen – und keine Rache.“

Angeklagter zeigte sich unbeeindruckt

Den 33-Jährigen ließen diese Worte jedoch sichtlich kalt. Schon während des Plädoyers der Staatsanwaltschaft hatte er mit offenem Mund gegähnt, als die Vertreterin der Anklage noch einmal die zahlreichen schweren Verletzungen der Opfer auflistete.

Bei der Urteilsbegründung drehte der Angeklagte dann demonstrativ Däumchen und zeigte auch dann keine Regung, als die Richterin eine weitere Strafe verkündete.

Im Anschluss an die zwölfjährige Haftstrafe soll der Mann in der Sicherungsverwahrung untergebracht werden. Damit soll verhindert werden, dass er überhaupt noch einmal die Möglichkeit bekommt, auf Frauen loszugehen.

Genau diese Maßregel hatten auch die Anwälte der Opfer gefordert. „Dieser Mann darf nicht mehr auf die Straße“, sagten sie. Reaktion des Angeklagten: keine.

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