Brutaler Überfall mitten am Tag – Wie macht DSW21 die Bahnstationen sicher?

mlzHaltestelle

Zwei Jugendliche sind mitten am Tag brutal überfallen worden - in der belebtesten Bahnhaltestelle Dortmunds. Niemand schritt ein. Bahnbetreiber DSW21 erklärt sein Sicherheitskonzept.

Dortmund

, 10.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dienstagmittag, kurz nach 13 Uhr: Zwei Jugendliche, 16 und 17 Jahre alt, werden aus einer sechsköpfigen Gruppe angesprochen. Einer fragt nach Geld, und als die beiden ihn abwimmeln wollen, schlägt er zu. Beide Opfer stürzen zu Boden und werden getreten. Die Angreifer klauen eine Kappe und flüchten.

Der Tatort war die Verteilerebene der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße in der City. Von dort aus führen zwei Treppen hinunter zu den Gleisen, in vier verschiedenen Richtungen kann man die Etage zur Oberfläche verlassen.

„Das passiert da doch immer wieder“

Nachdem unsere Redaktion die Polizeimeldung zum Überfall veröffentlicht hat, kommentierten zahlreiche Dortmunder den Fall bei Facebook. „Das passiert da doch immer wieder“, schreibt jemand. „Da hat schon vor 15 Jahren keiner was gegen getan“, meint eine andere Nutzerin.

Vom Stadtbahn-Betreiber DSW21 heißt es dazu: „Gesellschaftliche Probleme spiegeln sich natürlich auch im ÖPNV wider.“ Die Kampstraße habe die meisten Fahrgäste aller Dortmunder Haltestellen: „In hoch frequentierten Haltestellen ist schon rein statistisch die Wahrscheinlichkeit für Vorfälle größer“, so Sprecherin Britta Heydenbluth.

Zwischen 11 und 22 Service- und Sicherheitskräfte seien täglich von morgens bis spät nachts im ganzen Dortmunder Stadtbahnnetz unterwegs. „Sie bewegen sich bewusst frei und zeigen Präsenz an wechselnden Orten“, so Heydenbluth.

In der Haltestelle Kampstraße ist außerdem montags bis samstags von 9 bis 17 Uhr ein Infocenter geöffnet - genau auf der Ebene, wo der Überfall passiert ist. Die Mitarbeiter dort wollen sich am Freitag nicht zu der Tat äußern und verweisen auf die Pressesprecherin.

Die Räuber vom Dienstag ließen erst von ihren Opfern ab, als eine junge Frau aus der Gruppe der Angreifer darauf drängte. Trotz der Tatzeit mitten am Tag schritt sonst niemand ein.

„Für das Thema ist die Polizei zuständig“

Von DSW21 heißt es, man beschäftige sich in vielen Bereichen mit dem Thema Sicherheit. Die Mitarbeiter würden regelmäßig in der Deeskalation weitergebildet, Videokameras sollen Täter abschrecken und Notrufvorrichtungen stehen parat. Die Unternehmenssprecherin sagt aber auch: „Für das Thema Gewalt- und Straftaten ist die Polizei zuständig.“

Konkrete Folgen soll der Überfall der Jugendlichen aktuell für DSW21 nicht haben. „Wir werten ständig Rückmeldungen von Mitarbeitern und Fahrgästen zu diesem Thema aus. Die Kampstraße werden wir dabei im Blick behalten“, so Britta Heydenbluth. Falls es nötig werde, könne man Service- und Sicherheitskräfte „jederzeit kurzfristig verstärken“.

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