Bryan Ferry gibt zum Abschluss den Dandy

Dortmunder Music Week

So viel Stilbewusstsein ist selten: Wenn Bryan Ferry, der große Dandys des Pop, eine Bühne betritt, dann nur im Anzug. Auch beim Auftritt auf der Dortmunder Music Week sitzt die Krawatte bis zum Schluss.

DORTMUND

von Von Max Florian Kühlem

, 02.08.2011, 12:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bryan Ferry gibt zum Abschluss den Dandy

Bryan Ferry rockte in Dortmund.

Das Publikum erlebt einen perfekten Auftritt, ein Wiederaufleben des audiophilen Art- und Glam-Pop. Nach einem Jahrzehnt, in dem Bryan Ferry immer wieder Erfolge mit Roxy Music feiern konnte, brachte er 1985 sein Solo-Schaffen auf den Punkt. Mit dem Ausnahme-Album "Boys And Girls“, dessen blitzblank polierte Pop-Perlen "Slave To Love" und "Don’t Stop The Dance" die Stimmung der 1400 Besucher hoch kochen lassen. Die Videowand zeigt Szenen aus stilvollen Nachtleben in edlen Clubs, davor räkeln sich zwei laszive Tänzerinnen.

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Bryan Ferry Konzert an den Westfalenhallen

Live und Open Air: Das Bryan Ferry Konzert an den Westfalenhallen bildete den Abschluss der Dortmunder Music Week. Der große Mann des Pop gab dabei gewohnt selbstsicher den Dandy.
02.08.2011
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Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte vor den Westfalenhallen.© Foto: Oliver Schaper
Bryan Ferry rockte in Dortmund.© Foto: Oliver Schaper

Der Sänger selbst gibt mit 66 Jahren den würdevoll gealterten Popstar: Das Haar wirkt eher grau meliert als grau geworden. Posen wie angedeutetes Luftgitarre-Spiel sind fein und bedacht. So lässt Bryan Ferry die spröde Atmosphäre des Open-Air-Areals hinter den Westfalenhallen, das den Charme eines Baumarkt-Parkplatzes hat, schnell vergessen. Mit "Avalon" und "Love Is The Drug“ gehen er und seine zehnköpfige Band zurück in die Roxy-Music-Zeit. Mit den Hits "Alphaville" und "You Can Dance" zeigt Ferry, wie konsequent er den Sound von damals in eine moderne, vertrackt groovende Klangsprache weiterentwickelt hat.

Es gelang ihm, indem er für das aktuelle Album „Olympia“ die alten Kollegen inklusive Brian Eno wieder mit an Bord holte. Selbst mit zwei Songs des 2007 eher skeptisch aufgenommenem Dylan-Cover-Albums "Dylanesque" trifft der Altmeister den Nerv des Publikums: Weil wohl niemand besser geeignet wäre, "Make You Feel My Love" zu singen. Ferrys brüchige Stimme vermag das Melodramatische, die Verzweiflung, die Reue und den schwachen Hoffnungsschimmer dieses traurigen Liebeslieds in allen Schattierungen auszumalen. Schade, dass er nach nur knapp anderthalb Stunden die Bühne verlässt – und trotz Zugabe-Rufen nicht noch einmal wiederkommt. 

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