Corona-Krise ist enorme Herausforderung für die Brackeler Buchhandlung dreesen-lesen

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Die Corona-Krise kann zu einer existenziellen Krise werden. Auch die Buchhandlung dreesen-lesen ist betroffen. Petra Dreesen befürchtet, dass es einen Gewohnheitseffekt geben könnte.

von Tobias Weskamp

Brackel

, 19.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir hoffen, dass wir die Krise überstehen“, sagt Petra Dreesen. Die Buchhändlerin hat ihren Laden erst im Juli vergangenen Jahres eröffnet und macht sich nun große Sorgen. „Das wird eine gewaltige Herausforderung. Die Kosten laufen schließlich weiter, aber die Einnahmen sinken.“

Direkte Lieferung

Auch, wenn das Geschäft nun erstmal geschlossen bleiben muss, ist es weiter möglich, sich bei der örtlichen Buchhandlung mit Lesestoff zu versorgen. Kunden können beispielsweise online im Webshop bestellen und sich auch direkt beliefern lassen, beschreibt das Team auf der Homepage der Buchhandlung. Dieser Direktservice wird derzeit stark in Anspruch genommen. „Für Ihre Onlinebestellungen auf unserer Webseite können Sie auch unsere dreesen-lesen Gutscheine einlösen“, heißt es auf der Webseite. Die Bestellungen werden dann per Post geliefert.

Weiterhin nimmt die Buchhandlung aber auch telefonisch Bestellungen entgegen. Dass es dabei derzeit auch mal einen Tag länger dauern kann, bis das Buch da ist, dafür bittet Petra Dreesen ihre Kunden um Verständnis. „Es rufen viele an.“

Lesungen müssen abgesagt werden

Entscheidend ist natürlich auch, wie lange die Lieferketten noch funktionieren. „Der Großhändler kann nicht sagen, wie lange das so sein wird“, äußert Petra Dreesen ihre Sorgen.

Lesungen, wie hier im November die erste von Ralf Koss, wird es auf absehbare Zeit in der Brackeler Buchhandlung nicht geben.

Lesungen, wie hier im November die erste von Ralf Koss, wird es auf absehbare Zeit in der Brackeler Buchhandlung nicht geben. © (A) Dreesen

Aber auch auf geplante Veranstaltungen hat die Krise schon ihre Schatten geworfen. „Wir wollten zu weiteren Lesungen einladen, mussten aber schon zwei Termine absagen, unter anderem eine Krimi-Lesung“, so die Inhaberin. Wie es mit den bis Jahresende geplanten Veranstaltungen aussieht, ist noch unklar.

Viele Kunden zeigen Verständnis und bieten auch ihre Hilfe an, andere verhalten sich in Petra Dreesens Augen unverständlich. „Manche wollen Reclamheftchen für 2,10 Euro nach Hause geliefert bekommen“, gibt sie ein Beispiel.

Gefahr, dass Kunden langfristig wegbleiben

Als ein mögliches Problem sieht Petra Dreesen auch die Schwierigkeit, dass die Kunden sich an andere Online-Bestellanbieter gewöhnen könnten. „Es könnte schwer werden, die Kunden zurückzugewinnen“, befürchtet sie. Dabei sind ihre Bestellungen ebenso schnell wie beispielsweise Amazon und kosten dank der Buchpreisbindung gleich viel. „Daher kann man genauso gut den Einzelhandel vor Ort stärken“, sagt sie.

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