Im April wurden Klaus Wegener und Michael Depenbrock von der Dortmunder CDU zu Direktkandidaten für den Bundestag gewählt. Die Frage war, wo sie auf der NRW-Landesliste der CDU landen. © Schaper
Bundestagswahl 2021

Bundestagswahl im September: Welche Dortmunder Kandidaten haben Chancen?

Mit vier Abgeordneten ist Dortmund im Bundestag vertreten. Ob sich das nach der Bundestagswahl im September ändert, hängt von den Landeslisten der Parteien ab. Die CDU hat jetzt gewählt.

Bei der Bundestagswahl 2017 war die CDU in Nordrhein-Westfalen ein Opfer ihres eigenen Erfolges: Weil die Partei so viele Direktmandate in den Wahlkreisen holte, zogen nur vier Christdemokraten aus NRW über die Landesliste in den Bundestag ein.

Ob das bei der Bundestagswahl am 26. September wieder so sein wird, bleibt abzuwarten. Sicher scheint aber, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die CDU-Kandidaten in den beiden Dortmunder Wahlkreisen ein Direktmandat gewinnen, nicht sehr hoch ist.

Auch wenn die einstige Hochburg der SPD gewaltig bröckelt, können die beiden SPD-Kandidaten Sabine Poschmann im Wahlkreis 143 (Dortmund II) und Jens Peick im Wahlkreis 142 (Dortmund I) darauf hoffen, direkt gewählt zu werden. Im Zweifelsfalle wäre die schon seit 2013 amtierende Bundestags-Abgeordnete Sabine Poschmann auch mit einem guten sechsten Platz auf der Landesliste der NRW-SPD abgesichert, Peick auf Listenplatz 57 eher nicht.

Jens Peick und Sabine Poschmann sind die Direktkandidaten der SPD in Dortmund. © SPD © SPD

Die Frage ist, wie viele Listenkandidaten anderer Parteien aus Dortmund den direkt gewählten Abgeordneten nach Berlin folgen. Bei der CDU gab es dazu am Samstag eine wichtige Weichenstellung. Denn bei einer Landesdelegierten-Versammlung wurde die NRW-Landesliste für die Bundestagswahl gewählt, die wie erwartet vom CDU-Bundesvorsitzenden und Kanzlerkandidaten Armin Laschet angeführt wird.

CDU-Landesliste steht

Die Landesliste ist das Sprungbrett für jene Kandidatinnen und Kandidaten, die nicht direkt in ihrem Wahlkreis gewählt werden. Und dabei tendieren die Chancen, dass einer der beiden CDU-Dortmunder Kandidaten auf diesem Weg in den Bundestag einzieht, gen Null. Denn Michael Depenbrock, Bezirksbürgermeister in Hörde und CDU-Bundestagskandidaten im Wahlkreis 143, der das östliche Stadtgebiet umfasst, landete auf Platz 50, Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft und CDU-Bundestagskandidat im Wahlkreis 142 mit dem Dortmunder Westen, auf Platz 63.

Aus zwei anderen Parteien gibt es allerdings Dortmunder Kandidaten, die sich Hoffnung auf einen Einzug in den Bundestag machen können. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Kurth muss allerdings darauf hoffen, dass sich die bis dato guten Umfrageergebnisse für seine Partei bei der Wahl bestätigen. 2017 kam Kurth über Platz 8 der Grünen-Landesliste in den Bundestag, auf der aktuellen Liste landete er allerdings nur auf Platz 22.

Allerdings: 2017 kamen die Grünen bei der Bundestagswahl nur auf 8,9 Prozent. Das reichte für 12 Grünen-Bundestagsabgeordnete aus NRW. Aktuell liegen die Grünen bei Umfragen zwischen 21 und 25 Prozent, könnten ihr Resultat von 2017 also mehr als verdoppeln.

Einen aussichtsreichen Listenplatz hat ansonsten der Dortmunder AfD-Ratsvertreter Matthias Helferich, der auch stellvertretender Landesvorsitzender der AfD ist. Er kam bei der Zusammenstellung der AfD-Landesliste auf Platz 7.

Bülow als Kandidat der „Partei“

Auf den Landeslisten von FDP und Linken gibt es keine Dortmunder mit Chancen auf den Bundestags-Einzug. Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke, die bisher ihren Wahlkreis in Dortmund hatte, tritt nicht wieder an

Einen neuen Weg geht der bisherige Dortmunder Abgeordnete Marco Bülow, der aus der SPD ausgetreten ist und inzwischen der Satirepartei „Die Partei“ angehört. Für „Die Partei“ tritt er nun auch wieder für die Bundestagswahl am 26. September an.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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