Burgerladen „Grill Store“ schließt - und der Besitzer ist erleichtert

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Der Grill Store im Wickeder Zentrum hat geschlossen. Finanzielle Probleme haben laut Besitzer Torsten Gralla keine Rolle bei der Entscheidung gespielt.

Wickede

, 10.09.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 28. August (Freitag) steht die Küche im Grill Store am Wickeder Hellweg still. In der gläsernen Eingangstür des Restaurants hängt ein einzelner weißer Zettel, gestaltet wie eine Traueranzeige. Der darauf abgedruckte Gedenkspruch endet mit den Worten „Es ist vorbei.“

„Grill Store. *20. März 2017 †28. August 2020“, steht dort weiter. Und dann: „Mit dem Gefühl des tiefen Dankes verabschieden wir uns von unseren Gästen & Freunden.“ Kurz nach dem dreijährigen Bestehen des Grill Stores schließt das Burgerrestaurant im Wickeder Zentrum. Auch Schnitzel, Currywurst, Bier und Wein gab es hier. Der Store war damit etwas zwischen Restaurant, Kneipe, Pommesbude und Bar - und bei seinen Gästen sehr beliebt.

Gäste haben mitgeweint

„Wir waren immer kundenorientiert, mit einer familiären Atmosphäre“, sagt Grill-Store-Inhaber Torsten Gralla. „Die Gäste haben sich bei uns wohlgefühlt. Diejenigen, denen wir in den letzten Tagen von der Schließung erzählt haben, haben mit uns geweint.“

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Gralla selbst sieht das Ende des Grill Stores zwar auch mit einem weinenden Auge, blickt mit dem anderen aber optimistisch in die Zukunft. Die Entscheidung, den Grill Store zu schließen, sei eine freiwillige gewesen, bekräftigt er. „Ich habe 31 Jahre lang in der Gastronomie gearbeitet und meine Frau ist gelernte Hotelfachfrau. Aber das ist beides nicht gerade kinder- und familienfreundlich.“

Dieses Schild, gestaltet wie eine Traueranzeige, verkündet die Schließung des Grill Stores in Dortmund.

Dieses Schild, gestaltet wie eine Traueranzeige, verkündet die Schließung des Grill Stores. © Rebekka Wölky

Nun hat das Ehepaar Gralla aber selbst drei Kinder. Sie sind 3, 5 und 7 Jahre alt. „Wir haben so oft gleichzeitig im Laden gearbeitet, dass wir irgendwann das Gefühl hatten, Babysitter und Lehrer würden unsere Kinder erziehen. Darum haben wir jetzt die Reißleine gezogen.“ Jetzt, sagt er, freuen sie sich jeden Tag, endlich gemeinsam zu Abend essen zu können.

Hinzu kam die aktuelle Corona-Situation. „Wir haben keine finanziellen Probleme und weder Schulden beim Finanzamt noch bei Mitarbeitern und Lieferanten.“ Es habe wegen der Einschränkungen aber keine Perspektive für die Zukunft mehr gegeben.

Keine Aussicht auf ausreichende Lockerungen

Außerdem sei die Stimmung im Grill Store nicht mehr dieselbe gewesen: „Die Gäste hatten Angst, manche sind dadurch immer unfreundlicher geworden. Unseren Angestellten wollten wir es nicht zumuten, stundenlang mit Maske zu arbeiten. Weitermachen ohne Aussicht auf weitere Lockerungen, das wollten wir nicht mehr.“

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Vor rund einem Jahr, im Oktober 2019, gab es bereits eine Veränderung für das Burgerrestaurant. Damals trennten sich die Wege von Torsten Gralla und Kay Fräder, zuvor gemeinsam Besitzer mehrerer Grill Stores. Fräder übernahm die Filiale in Kirchlinde und machte daraus Friedchen‘s Pommesbude. Nach der Corona-Krise bleibt allerdings auch diese geschlossen.

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