Busfahrer lässt Rampe nicht herunter

Dienstanweisung

Zum Einsteigen in den Bus braucht Rollstuhlfahrer Udo Michels eine Auffahrrampe. Das hat am Mengeder Markt bislang auch immer geklappt. Doch jetzt verbietet eine Dienstanweisung der DSW21 das Ausfahren der Rampe.

WESTERFILDE

15.03.2012, 15:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nur an erhöhten Bordsteinen ist es den Fahrern der DSW21 erlaubt, so wie auf diesem Bild, die Auffahrrampe aufzulegen.

Nur an erhöhten Bordsteinen ist es den Fahrern der DSW21 erlaubt, so wie auf diesem Bild, die Auffahrrampe aufzulegen.

Umso überraschter waren Udo Michels und seine Frau Christa, als ihm am vergangenen Samstag ein Busfahrer der Linie 470 verweigerte, die für den Einstieg notwendige Auffahrrampe auszuklappen. „Meine Frau und ich waren total perplex“, erklärt der überraschte Senior verärgert. Auf Nachfrage erklärte ihm der Busfahrer, dass der Bordstein nicht hoch genug sei, um einen gefahrlosen Einstieg zu gewährleisten. Die Rampe dürfe nur an Bushaltestellen eingesetzt werden, wo erhöhte Bordsteinkanten existieren.

„Und das ist leider am Mengeder Markt nicht der Fall“, bedauert DSW21-Sprecher Bernd Winkelmann die Situation. „Bislang haben viele Fahrer da aber ein Auge zugedrückt und die Rampe trotzdem aufgelegt.“ Doch da letztlich die Busfahrer für das sichere Ein- und Aussteigen der Fahrgäste verantwortlich seien, hätte man sie diesbezüglich weiter sensibilisiert und noch einmal auf die große Gefahrenquelle aufmerksam gemacht. „Denn legt man die Rampe auch bei niedrigen Bordsteinen auf, entsteht ein Gefälle, bei dem das sichere Ein- bzw. Aussteigen nicht mehr gewährleistet werden kann.“

Doch zum Glück träfe das nur noch auf wenige Haltestellen zu, versichert Winkelmann. „Insgesamt gibt es im Stadtgebiet rund 1800 Haltestellen, von denen ein großer Teil schon barrierefrei ausgestattet ist.“ Ein schwacher Trost für Udo Michels, denn die am Mengeder Markt zählt eben nicht dazu. Daher müssen er und seine Leidensgenossen in Zukunft auf andere, barrierefreie Haltestellen in der Nähe ausweichen. Es sei denn, sie haben vielleicht Glück und treffen auf einen Fahrer, der bereit ist, ihnen trotz der strengen Dienstanweisung auch weiterhin die Auffahrrampe aufzulegen.

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