Butangas geschnüffelt: 14-Jähriger starb

DORTMUND Der 14-jährige Schüler, der im September nach dem Schnüffeln von Butangas zusammenbrach, ist an den Folgen der Inhalation gestorben. „Sebastians Schicksal sollte allen Jugendlichen eine Warnung sein“, findet seine Mutter Cornelia Meilinger.

von Von Andreas Wegener

, 19.01.2008, 08:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Kappe war sein Markenzeichen: Sebastian (hier zwei Tage vor dem Unglückstag mit seiner Freundin) starb in der vergangenen Woche, weil er Butangas geschnüffelt hatte.

Die Kappe war sein Markenzeichen: Sebastian (hier zwei Tage vor dem Unglückstag mit seiner Freundin) starb in der vergangenen Woche, weil er Butangas geschnüffelt hatte.

Sebastian hatte am 20. September mit zwei Freunden ein leer stehendes Gebäude an der Wickeder Bremmenstraße aufgesucht. Dort zündelte das Trio, atmete das Gas aus einer Kartusche ein. „Als eine Streife der Ordnungspartnerschaft sie erwischte, brach Basti plötzlich zusammen. Erst dachten die Beamten, mein Sohn simuliert nur.“ Die 33-Jährige blickt zu einem Bild auf dem Wohnzimmerschrank, neben dem eine Kerze brennt. Dann erzählt sie von den dramatischen Momenten, als die Helfer ihren Jungen wiederbelebten. Von dem Jungen, der ihren Verlobten zur Hilfe rief. Von Polizisten, die ihn nicht telefonieren ließen. Von Schaulustigen, die am Parkplatz standen. Cornelia Meilinger bekam von alledem nichts mit – sie räumte Einkäufe aus.

Die schreckliche Nachricht überbrachte ihr die Schwiegermutter. „Polizisten haben uns dann zum Krankenhaus gefahren. Dort lag Basti ohne Bewusstsein inmitten von zahlreichen Maschinen, die ihn am Leben hielten. Der Anblick war schrecklich.“ Nach Tagen im künstlichen Koma stabilisierte sich der Zustand des 14-Jährigen. Doch Hoffnung auf eine vollständige Genesung machten die Ärzte nicht. „Sie zeigten mir eine Aufnahme seines Gehirns. Große Teile waren durch das Gas beschädigt worden.“

Tod kam überraschend

Mit ihrem Sohn, der immer so familienverbunden war und seine drei Geschwister liebte, konnte sie nie wieder ein Wort reden. Nach mehreren Krankenhaus-Aufenthalten starb er überraschend am 8. Januar – kurz bevor er in eine Rehabilitationsklinik verlegt werden sollte.

„Sein Tod ist noch so unwirklich“, erzählt die Mutter. „Er hatte noch so viel vor, wollte mit seiner Freundin einmal eine Familie gründen, wollte eine Ausbildung zum Automechaniker machen. All das kann er nicht mehr erleben. Daran sollten Jugendliche denken, wenn sie für einen kurzen Adrenalinkick schnüffeln wollen.

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