BVB-Ikone Dickel: "Alle haben Angst"

Ausschreitungen in Athen

Tränengas, zerborstene Fensterscheiben, herausgerissene Marmorplatten auf dem Gehweg – kriegsähnliche Zustände, und mittendrin gut 100 Anhänger des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund in höchster Angst.

ATHEN/DORTMUND

19.10.2011, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Hotel Grande Bretagne im Hintergrund saßen Norbert Dickel und Co. während der Ausschreitungen fest.

Im Hotel Grande Bretagne im Hintergrund saßen Norbert Dickel und Co. während der Ausschreitungen fest.

Das Champions-League-Spiel zwischen Olympiakos Piräus und Borussia Dortmund soll auf jeden Fall stattfinden.

Zwischen ihm und den Vertretern der verschiedenen Fan-Gruppierungen glühen seit Tagen die Telefondrähte. Volke hat versucht zu vermitteln, hat geholfen, wo er helfen konnte. Mit rund 1000 Anhängern rechnete der BVB Donnerstagabend im Karaiskakis-Stadion von Olympiakos Piräus, eine vergleichsweise kleine Gruppe, die sich im Hexenkessel dennoch lautstark Gehör verschaffte. BVB-Anhänger gerieten offenbar nicht zwischen die Fronten. „Nach unseren Informationen sind alle wohlauf“, sagte BVB-Mediendirektor Josef Schneck. Ingo Scheurer, der bereits am Montag mit zwei Freunden angereist war, meldete sich bereits Donnerstagachmittag um kurz nach 17 Uhr: „Wir sind schon am Stadion, es ist alles ganz ruhig hier.“ Sie waren tagsüber auch in der Stadt, blieben aber unbehelligt, „manche Demonstranten haben uns für den Abend sogar viel Glück gewünscht“.

Rund um den Syntagma-Platz („Platz der Verfassung“) herrschten hingegen fast schon kriegsähnliche Zustände, und mittendrin BVB-Eventmanager Norbert Dickel und rund 100 Sponsoren und Freunde des Vereins, die im Fünf-Sterne-Hotel „Grande Bretagne“ direkt am Parlament festsaßen. „Wir haben alle Angst. Rundherum brennt es hier, ich sehe viel Zerstörung, Polizisten überall. Tränengas nimmt uns die Luft“, berichtete Dickel am Donnerstag gegen 18 Uhr im Gespräch, noch nicht wissend, wie ein Transfer zum zehn Kilometer entfernten Stadion möglich sei. Nur eines wusste Dickel ganz sicher: „Wir kommen ins Stadion, egal wie“.

Am Flughafen Athens nahmen die Fluglotsen nach einem zwölfstündigen Ausstand schon am Mittag ihre Arbeit wieder auf – und das war für den BVB und einige Fans, die am Donnerstag doch noch anreisen konnten, eine gute Nachricht. „Nach unseren Informationen können wir wie geplant die Heimreise antreten“, so Schneck. Wann die Gruppe um Sebastian Bold zu Hause ist, ist noch offen. „Wir haben von der Lufthansa eine Mail erhalten, dass der Rückflug am Donnerstag storniert ist. Daraufhin haben wir umgebucht auf Freitag und Samstag“, sagt Bold. Rund 600 Euro zusätzlich kostet das für jeden. Bold schüttelt den Kopf. „Wenn die Fluglotsen doch arbeiten, hätten wir uns das Theater ersparen können.“

Das Champions-League-Spiel zwischen Olympiakos Piräus und Borussia Dortmund soll auf jeden Fall stattfinden.

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