BVB-Logo: Virtueller Sturm aus dem Netz sorgte für Wirbel

Jens Pascals Grabstein

Selten hat ein Grabstein einen solchen Wirbel ausgelöst. Die Diskussion um den letzten Willen des neunjährigen Jens Pascal bewegte Menschen aus ganz Deutschland. Losgetreten wurde sie im Internet. Der Versuch einer Erklärung.

DORTMUND

von Von Alexandra Neuhaus

, 14.11.2012, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Ball muss runter: nach ewiger Diskussion um den Grabstein von Jens Pascal wurde nun ein Kompromiss geschaffen. Roger Gottsknecht wird den Entwurf überarbeiten.

Der Ball muss runter: nach ewiger Diskussion um den Grabstein von Jens Pascal wurde nun ein Kompromiss geschaffen. Roger Gottsknecht wird den Entwurf überarbeiten.

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Das ist das Grab von Jens Pascal

Jens Pascals letzter Wunsch wird schwer diskutiert. Er wünschte sich das BVB-Logo auf dem Grabstein.
13.11.2012
/
Die Kirche stellte sich gegen den letzten Wunsch.© Foto: Dieter Menne
Jens Pascal war glühender BVB-Fan. Im Advent 2011 bekam er Besuch von Jürgen Klopp. © Nils Foltynowicz
Der Entwurf des Grabsteins steht in der Diskussion.© Foto: Dieter Menne
Auf dem Grabstein soll das BVB-Emblem stehen.© Foto: Dieter Menne
Jens Pascal verstarb im Mai 2012.© Foto: Dieter Menne
Im vergangenen Dezember bekam der inzwischen verstorbene Jens Pascal noch Besuch von BVB-Meistertrainer Jürgen Klopp. © Nils Foltynowicz
Andreas Flamme trauert um seinen Sohn.© Foto: Dieter Menne
Sein letzter Wunsch steht nun in der Diskussion.© Foto: Dieter Menne
Jens Pascal starb an einem Hirntumor.© Foto: Dieter Menne
Der Junge war glühender BVB-Fan und starbt mit nur neun Jahren.© Foto: Dieter Menne

 Am Freitag wurde die Facebook-Gruppe „Jens Pascal“ gegründet, bis Mittwochabend hatte sie über 140.000 Mitglieder. Deutschlandweit griffen die Medien die Geschichte auf und das Interesse war überdimensional. Allein unser Text über den errungenen Grabstein-Kompromiss wurde bis gestern Abend auf Facebook über 8000 Mal empfohlen, der erste Text über den „Fall Jens Pascal“ wurde fast 37.000 Mal angeklickt. Zum Vergleich: Das ist im Schnitt fünfmal mehr als andere Texte auf unsere Internetseite. Heute fühlen sich die Mitglieder der Facebook-Gruppe als Sieger. „Wir haben es geschafft“ ist hier in mehrere Kommentaren zu lesen.  

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Jens Pascals letzter Wunsch wird schwer diskutiert. Er wünschte sich das BVB-Logo auf dem Grabstein.
13.11.2012
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Die Kirche stellte sich gegen den letzten Wunsch.© Foto: Dieter Menne
Jens Pascal war glühender BVB-Fan. Im Advent 2011 bekam er Besuch von Jürgen Klopp. © Nils Foltynowicz
Der Entwurf des Grabsteins steht in der Diskussion.© Foto: Dieter Menne
Auf dem Grabstein soll das BVB-Emblem stehen.© Foto: Dieter Menne
Jens Pascal verstarb im Mai 2012.© Foto: Dieter Menne
Im vergangenen Dezember bekam der inzwischen verstorbene Jens Pascal noch Besuch von BVB-Meistertrainer Jürgen Klopp. © Nils Foltynowicz
Andreas Flamme trauert um seinen Sohn.© Foto: Dieter Menne
Sein letzter Wunsch steht nun in der Diskussion.© Foto: Dieter Menne
Jens Pascal starb an einem Hirntumor.© Foto: Dieter Menne
Der Junge war glühender BVB-Fan und starbt mit nur neun Jahren.© Foto: Dieter Menne

„Bei diesem Phänomen kam so einiges zusammen“, sagt Journalistik-Dozent Max Ruppert von der TU Dortmund. „Die Geschichte war emotional aufgeladen und folgte einem altbekannten Erzählmuster – der Kampf des Einzelnen gegen die Institution, in diesem Fall gegen die katholische Kirche.“ Da hier auch noch die Verbundenheit mit dem BVB reingespielt hätte, sei der Solidarisierungs-Effekt sehr schnell da gewesen. Max Ruppert sieht in dem Fall um den Grabstein eine Art moderne „David-gegen-Goliath-Geschichte“. Hinzu sei in diesem Fall noch die ohnehin gute Vernetzung der Fußball-Fans im Internet gekommen. „Deshalb konnten die Informationen so schnell fließen“, glaubt Ruppert.

 Eine Struktur, die den Eltern von Jens Pascal, Nicole Schmidt und Andreas Flamme zugute kam. „Ich bin einfach nur überwältigt“, sagt Schmidt. Sie selber hat die Facebook-Gruppe zwar nicht gegründet, das hat eine Bekannte für sie erledigt. „Aber ich weiß nicht, ob wir es ohne Facebook geschafft hätten.“  Hätten sie – meint zumindest Kirchensprecher Bodin. „Diesen Kompromiss hätten wir auch ohne den Druck aus dem Netz erzielt“, sagt er.  Der virtuelle Sturm hat vieles durcheinander gewirbelt. „Wir müssen uns hier neu sortieren“, sagt Michael Bodin. Intern werden nun Gespräche geführt, wie in der Zukunft mit strittigen Themen umgegangen wird, auch wenn Bodin davon überzeugt ist, dass in diesem Fall auf beiden Seiten Fehler gemacht wurden. Die Mails werden indes zum größten Teil unbeantwortet bleiben. „Dafür müssten wir sonst jemanden einstellen“, sagt Bodin. 

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