Capoeira steht für Lebensfreude und Disziplin

mlzVerein Palma de Bimba

Der Verein „Verein zur Begegnung mit der brasilianischen Kultur“ beschäftigt sich unter anderem mit einer Mischung aus Kampfkunst und Tanz. Auch in der Roncalli-Grundschule.

Husen

, 30.03.2019, 10:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Liste der Vereine, die von der Bezirksvertretung Scharnhorst bezuschusst werden, taucht jetzt eine Organisation auf, die bisher selten im Blickpunkt stand: der „Verein zur Begegnung mit der brasilianischen Kultur“. Er erhält 400 Euro Unterstützung.

Kopf, Trainer und Vorsitzender dieses Vereins ist der Brasilianer Kléber Batista da Silva (39), der in Huckarde lebt. Er arbeitet für die Dobeq und hat in diesem Zusammenhang auch Capoeira-Kurse im Offenen Ganztag der Roncalli-Grundschule angeboten. Als vor vier Jahren das Angebot auslief, waren viele Kinder traurig darüber, und so entschloss sich Batista da Silva, Capoeira über den Verein anzubieten. „Palma de Bimba“ heißt die Gruppe, und sie kommt jeden Mittwoch um 16 Uhr in der Roncalli-Turnhalle an der Husener Eichwaldgrundschule 270 zusammen. Rund 25 Teilnehmer jeden Alters gibt es laut Batista da Silva derzeit. Weitere Interessenten sind herzlich willkommen.

Energie aus der Musik

Capoeira ist eine Kampfkunst aus Brasilien, die ihre Energie aus der Musik schöpft. Ihr Ursprung liegt in der Kolonialzeit Brasiliens, in der verschleppte und versklavte Menschen eine Methode der Selbstverteidigung, getarnt durch Tanz und Musik, entwickelten. Seit 2014 ist Capoeira Kulturerbe der Unesco und in über 100 Ländern vertreten.

Mitunter zeigen die Mitglieder ihr Können vor vielen Zuschauen.

Mitunter zeigen die Mitglieder ihr Können vor vielen Zuschauen. © Palma de Bimba

Diejenigen, die diesen Sport ausüben, nennen sich selbst nicht „Kämpfer“ sondern „Spieler“. Ziel eines Spieles ist dabei nicht, den anderen durch Aggression zu „besiegen“, sondern im gekonnten Zusammenspiel durch geistiges und körperliches Können die Grenzen aufzuzeigen.

Kléber Batista da Silva selbst, der seit 15 Jahren in Deutschland lebt, hat Capoeira auf den Straßen Brasiliens erlernt. In seiner Heimat sei dies der zweitbeliebteste Sport hinter Fußball.

Alte Bruce-Lee-Filme waren Auslöser

Es seien die alten Filme von Bruce Lee gewesen, sagt er heute, die ihn zur Kampfkunst gebracht haben. Taekwondo oder Karate seien aber viel zu teuer gewesen. Dafür habe ein Capoeira-Meister in der Nähe gelebt, der kostenlos Kurse für die Jungs auf der Straße anbot. Und zu dem sei er immer gegangen. Das Schöne an diesem Sport sei eben, dass man ihn überall ausüben könne. Man braucht kein teures Material.

Capoeira ist eine Mischung aus Tanz und Kampfsport.

Capoeira ist eine Mischung aus Tanz und Kampfsport. © Palma de Bimba

Die Beschäftigung mit diesem Sport habe für Jugendliche viele Vorteile. Sie bekommen ein Rhythmusgefühl, lernen Tugenden wie Disziplin und Respekt, haben mit der Zeit eine bessere Koordinations- und Konzentrations-Fähigkeit und entwickeln ein gestärktes Selbstvertrauen. „Capoeira ist ein Kampf, den man mit einem Lächeln ausübt“, sagt der Trainer. Es geht um Freundschaft und Kameradschaft und darum, Spaß zu haben.

Kléber Batista da Silva bietet Capoeira unter anderem in der JVA Schwerte an. Auch für die Resozialisation von Strafgefangenen sei dieser Sport vorteilhaft.

Kontakt nach Brasilien

Nach Brasilien hat er ebenfalls noch Kontakt. So ist sein Bruder Fredson Batista da Silva – Mestre Féfé – sein Lehrmeister. Bei ihm hat der Dortmunder vor drei Jahren die Prüfung zur 15. Stufe des Capoeira-Gürtels bestanden. Sein Bruder, der zu dieser Gelegenheit eigens aus Brasilien angereist war, sei voll des Lobes über die Arbeit in Dortmund gewesen – auf die „Schule“, wie es Batista da Silva nennt. Und das mache ihn stolz. Momentan gebe er in der Woche 17 verschiedene Kurse. Auch Trommel- oder Musikkurse gehören dazu. 80 Prozent seiner Arbeit mache aber Capoeira aus.

Koordination und Konzentration sind wichtig.

Koordination und Konzentration sind wichtig. © Palma de Bimba

Jetzt freut sich Kléber Batista da Silva auf den großen Capoeira-Workshop am 11. und 12. Mai in der Sporthalle Kirchlinde am Sumbecks Holz 5 (die Halle in Husen sei dafür zu klein): die 10. Batizado e Troca de Corda 2019. Dort wird es neben dem Training den „Gürtelwechsel“ geben. Das heißt, die Träger eines Gürtels können die nächst höhere Stufe erreichen. Außerdem findet die Capoeira-Taufe der neuen Schüler statt. Dabei bekommen sie ihren ganz persönlichen Capoeira-Namen. Der Leiter zum Beispiel heißt „Contra Mestre Kléber“.

Kléber Batista da Silva ist zu erreichen über E-Mail: klebercapu-pb@gmx.de capoeira-palmadebimba.de
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