Caterpillar: Ein Brief aus der Zentrale in Illinois gibt Hoffnung

mlzCaterpillar in Dorstfeld

Die Stadtspitze hat die Hoffnung nicht aufgegeben, das Caterpillar-Werk in Dorstfeld doch noch zu erhalten. Jetzt kam ein Antwortschreiben aus der Konzernzentrale in Illinois.

Dortmund

, 27.05.2020, 08:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Stadtspitze ist es noch keine beschlossene Sache, dass das Caterpillar-Werk in Dorstfeld zum 31. Juli 2021 schließt und die komplette Produktion nach Indonesien verlegt wird. Oberbürgermeister Ullrich Sierau hatte Anfang April einen Brandbrief an die Leitung des US-Unternehmens geschickt. Am 18. Mai kam das Antwortschreiben von Group President Ramin Younessi aus der Konzernzentrale in Illinois.

„Er hat uns sehr moderat angeschrieben“, berichtete Sierau am Dienstag (26.5.). Caterpillar sei nach wie vor dabei, „alles zu überlegen. Da war vom 31.7. nichts zu lesen.“ Dieses Schließungsdatum hatte die Unternehmensführung Anfang Mai den 624 Beschäftigten des Werks in Dorstfeld genannt.

Einladung nach Dortmund

Ramin Younessi hatte in seiner Antwort an Sierau geschrieben, er könne sich vorstellen, Dortmund mal zu besuchen. „Wir wollen ihm antworten“, so der OB. Denkbar sei auch eine digitale Konferenz. Sierau: „Wir werden ihn nach Dortmund einladen, damit er sich den Standort anguckt.“

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Thomas Westphal, Chef der Dortmunder Wirtschaftsförderung, betonte, der Konzern habe „eine strategische Entscheidung getroffen, keine betriebswirtschaftliche für den Dortmunder Standort“. Doch das Dortmunder Werk könne auch strategisch zum wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns beitragen.

Plan B: Jobbörse und Neuvermarktung

Sollte es am Ende doch zur Schließung kommen, treffe die Wirtschaftsförderung parallel Vorbereitungen für eine Jobbörse, um die Beschäftigten auf andere Arbeitsplätze zu vermitteln, sowie zur Neuvermarktung des Standortes, sagte Westphal und reagierte damit auf Forderungen der Fraktionen in der letzten Sitzung des Hauptausschusses des Rates. „Doch es ist uns wichtig, dass wir mit der Konzernzentrale in Kontakt bleiben, um den Standort zu erhalten“, sagte Westphal.

Im Hauptausschuss am 16. Mai hatten die Ratsfraktionen zwei Anträge vorgelegt, die bereits auf die Zeit nach der Schließung des Werks zielten. SPD, Grüne und Linke verlangten, die Stadt möge sich um alternative Jobs für die Beschäftigten kümmern. Die CDU drängte, die Wirtschaftsförderung möge Unternehmen für eine branchenverwandte Folgenutzung aquirieren.

Auf Bitten von Sierau und Westphal wurden die Anträge vorerst zurückgezogen. Jetzt liegt der Ball in der US-Konzernzentrale.

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