Cheerleading ersetzt Fitnessstudio: „United-Cheer-Sports“ laden zum „Try out“ ein

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Der Verein „United-Cheer-Sports“ lädt zum offenen Training ein. Cheerleaderin Leonie Langkabel (22) will die Gelegenheit nutzen und dabei mit Klischees abrechnen.

von Alexandra Wachelau

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, 19.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der „United-Cheer-Sports“, ein Cheerleaderverein aus Dortmund, wird nächstes Jahr zehn Jahre alt und kann schon einige Erfolge verzeichnen. „Unsere Cheerleader haben 2016 die Europameisterschaft gewonnen, die Cheerdancer waren letztes Jahr Europameister“, sagt Leonie Langkabel. Sie ist Gruppenleiterin der „Senior Group“ im Verein, die sich für Mitglieder ab 17 Jahren eignet.

„Cheerleader“ und „Cheerdancer“ sind die zwei großen Kategorien, die in dem Verein angeboten werden. Beide Sportarten stammen aus den USA. Der eine konzentriert sich dabei auf klassische Akrobatik, bei „Cheerdance“ wird, wie der Name sagt, eher getanzt. Beide Gruppen des Vereins sind auf vielen Cheerleader-Meisterschaften zu finden, auch während des diesjährigen Evangelischen Kirchentages ist die Gruppe im Stadion aufgetreten. „Wir sind da schon sehr leistungsorientiert“, sagt Langkabel.

Cheerleading ersetzt Fitnessstudio: „United-Cheer-Sports“ laden zum „Try out“ ein

Pompoms sind keine zu sehen, dafür erreichen die Mitglieder akrobatische Höchstleistungen. © Oliver Schaper

Das Klischee: gutaussehen und mit Pompons wedeln

Das Image einer Cheerleadergruppe, wie es Filme oft vermitteln, widerspricht der Einstellung. Viele denken bei Cheerleadern nur an junge Frauen in knapper Kleidung, die mit Pom­pons wedeln und Footballer anfeuern, das weiß auch die Gruppenleiterin. Zu Unrecht, wie Langkabel findet: „Wir leisten schon mehr, als das Klischee hergibt. Wir fliegen vier Meter in die Luft, bauen Menschenpyramiden – da braucht man viel Disziplin und Kraft. Es ist auch bei weitem kein reiner Mädchensport.“

Cheerleading ersetzt Fitnessstudio: „United-Cheer-Sports“ laden zum „Try out“ ein

Gut vier Meter hoch kann ein Cheerleader fliegen. © Oliver Schaper

Klischeemäßige Anfeuerungen bei Sportveranstaltungen seien, so Langkabel, nicht der Hauptinhalt des Vereins. „Manchmal machen wir es, aber wir konzentrieren uns eher auf Meisterschaften“, sagt sie. Sie kennt die Klischees gut. Vor ihrem Vereinseintritt im Jahr 2016 zeigte sie sich selbst skeptisch: „Ich wollte damals ins Fitnessstudio gehen. Auf einem Schulsportfest habe ich dann eine aus dem Verein kennengelernt, die total durchtrainiert war. Ich konnte nicht glauben, dass es vom Cheerleading kommt – bis sie mich mit zum Training nahm“, erzählt Leonie Langkabel. Seitdem hat sich für sie das Fitnessstudio erübrigt.

Cheerleading ersetzt Fitnessstudio: „United-Cheer-Sports“ laden zum „Try out“ ein

Leonie Langkabel (22) war anfangs selbst skeptisch, inzwischen ist ihr der Sport ans Herz gewachsen. © © Schaper

„Try out“ am 31. August ermöglicht Probetraining

Dennoch ist der Sport in Deutschland nicht sehr bekannt. Langkabel möchte dem entgegenwirken: Bei einem „Try out“ an der Kreuzstraße 162 können am 31. August (Samstag) alle vorbeikommen, die das Cheerleading näher kennenlernen möchten. Von 11 bis 15 Uhr geht das Schnuppertraining, eine Anmeldung ist nicht nötig. Besucher testen den Sport aus und können Trainer sowie Cheerleader befragen. Das Alter der Interessierten spielt keine Rolle: Der Jüngste im Verein ist 3 Jahre alt, der Älteste 45 Jahre. Derzeit gehören 102 Mitglieder zum Verein.

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