Chefin des Kulturbüros geht - Gespanntes Warten auf den Nachfolger

mlzDortmunder Kulturszene

Das Kulturbüro sucht eine neue Leitung. Claudia Kokoschka geht nach zehn Jahren an der Spitze in den Ruhestand. Die Nachfolge hat weitreichende Auswirkungen für Dortmunds Kulturszene.

Dortmund

, 10.04.2019, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum 31. Oktober endet für Claudia Kokoschka ihre 20-jährige Zeit im Kulturbüro und damit ihre berufliche Laufbahn. Seit einigen Wochen ist in verschiedenen Jobportalen und auch stadtintern ihre Nachfolge ausgeschrieben - zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Stadtsprecherin Katrin Pinetzki erklärt dazu: „Die Nachfolge ist schon so früh ausgeschrieben worden, um möglichst noch eine Überschneidungszeit zu haben, also eine Möglichkeit der Einarbeitung und Übergabe. Wenn alles gut läuft, wird dies auch gelingen.“ Sollte es eine Übergangszeit geben, stünde Stellvertreterin Isabel Pfarre bereit.

Schnittstelle zwischen der Kulturszene und der Verwaltung

Das Kulturbüro ist eine wichtige Schnittstelle zwischen der lokalen Kulturszene und der Verwaltung. Es versteht sich als „Moderator und vielseitiger Dienstleister für Kulturprojekte und künstlerische Initiativen in Dortmund“. Dazu gehören auch kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche und inklusive Konzepte.

Künstler profitieren durch Aufmerksamkeit und Zugang zu öffentlichen Mitteln, um ihre Ideen umzusetzen. Aktuell gibt es rund 250 Einzel-Projekte in 27 Förderprogrammen.

Die Stadt hat Vorteile durch eine lebendige Kulturszene. Sie ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Das Kulturbüro ist beteiligt an rund 300 Veranstaltungen. Dazu zählen unter anderem Festivals wie Favoriten-Theater, das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund-Köln, das LesArt-Literaturfestival oder das Micro-Festival, aber auch die Beteiligung am Juicy-Beats-Festival.

Freie Kulturzentren sind auf das Kulturbüro angewiesen

Es ist Träger der Städtischen Galerie Torhaus Rombergpark, außerdem zuständig für die Förderung freier Kulturzentren wie Domicil, Künstlerhaus, depot und Theater im Depot, Balou, Musik- und Kulturzentrum MUK und Theater Fletch Bizzel.

Es liegt nahe, dass sich viele Kulturschaffende für die zukünftige Besetzung des Amtes interessieren. Udo Wagener, Vorsitzender des Trägervereins des Domicil an der Hansastraße, sagt: „Wir sind sehr gespannt. Eine gute Zusammenarbeit und ein vetrauensvolles Verhältnis sind für uns natürlich wichtig.“ Domicil-Programmchef Waldo Riedl hofft, „dass fachliche Kompetenz erhalten bleibt - und nicht nur verwaltet wird“.

Die Stadt Dortmund plant aktuell keine grundlegenden Veränderungen in der Kulturpolitik. Es sei weiterhin wichtig, Kooperationen mit der freien Kulturszene zu pflegen, betont Pinetzki.

Eine Kommission schlägt Kandidaten vor - der Rat muss ihm den Auftrag geben

Sie sagt aber auch: „Die Kulturschaffenden der Stadt entscheiden nicht mit über die Besetzung. Sie sind über die gewählten politischen Vertreter des Rates vertreten.“

Laut Pinetzki gibt es eine Besetzungskommission. Diese besteht aus dem Kulturdezernenten Jörg Stüdemann, dem geschäftsführenden Direktor der Kulturbetriebe Dr. Stefan Mühlhofer, den kulturpolitischen Sprechern der Ratsparteien sowie der Vorsitzenden des Kulturausschusses Birgit Jörder. Die Kommission schlägt einen Kandidaten oder eine Kandidatin vor, die der Rat bestellen muss.

Claudia Kokoschka ist seit 1999 im Kulturbüro

1999 kam Claudia Kokoschka als Programmleiterin und stellvertretende Leiterin an die Kampstraße. Seit 2009 ist sie Leiterin. Das Kulturbüro ist Teil der Kulturbetriebe Dortmund, zu denen außerdem Bibliotheken, Museen, Musikschule, Dietrich-Keuning-Haus, VHS, Stadtarchiv und Dortmunder U zählen.

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