Clan-Kriminalität: 13 Shisha-Bars in Dortmund geschlossen – viele Verfahren laufen noch

Kampf gegen Clans

Schüsse in der City, Drogengeschäfte und Hehlerei: Die Clankriminalität ist ein großes Thema für die Polizei in Dortmund. Die Ermittler sehen allerdings Erfolge im Kampf gegen die Kriminellen.

Dortmund

16.12.2019, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kontrollen von Sisha-Bars (Symbolbild) sind für die Dortmunder Polizei ein wichtiges Instrument im Kampf gegen die Clan-Kriminalität.

Kontrollen von Sisha-Bars (Symbolbild) sind für die Dortmunder Polizei ein wichtiges Instrument im Kampf gegen die Clan-Kriminalität. © picture alliance / dpa

Als im Juli ein Frisör an der Hansastraße angeschossen und schwer verletzt wurde, wurde schnell bekannt, dass es sich bei der Tat um einen Racheakt in einem Streit zwischen Bandidos und einem Familienclan handeln soll.

Zwei Monate später schoss ein Unbekannter auf das Foyer des Klinikums - nachdem es zuvor eine Schlägerei mit gezogenen Messern in der Stahlwerkstraße gab. Dort sind bereits häufiger kriminelle Clans aufgefallen.

Symbolisch wichtige Orte in Dortmund

Polizei, Staatsanwaltschaft, Stadtverwaltung und Hauptzollamt sehen aber Erfolge: „Ermittlungen und Kontrollen führten in den vergangenen Monaten und Jahren zu Shisha-Bar-Schließungen auch an für das Milieu symbolisch wichtigen Orten wie der Hansastraße und der Stahlwerkstraße“, so die Ermittler in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Viele Shisha-Bars dienen der Mitteilung zufolge als Einnahmequellen und Rückzugsorte für Clan-Kriminelle - deshalb setzt die Polizei oft hier an: Allein nach Verstößen gegen das Nichtraucherschutzgesetz verhängte das Ordnungsamt in 2018 und 2019 insgesamt 169 Bußgeldanzeigen und forderte von den Betreibern insgesamt fast 118.000 Euro.

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Von insgesamt 48 Shisha-Betrieben in Dortmund seien bisher 13 geschlossen worden. Und: Gegen 44 Betreiber wurden sogenannte Ordnungsverfügungen erlassen. Wegen Unzuverlässigkeit wurden bei drei Betreibern der Widerruf der Gaststättenerlaubnis und gegen fünf Betreiber Gewerbeuntersagungsverfahren eingeleitet.

Haftstrafen gegen Drogendealer

In diesem Jahr seien mehrjährige Haftstrafen gegen Drogenhändler ausgesprochen worden, die aus kriminellen Strukturen heraus arbeiteten. „Zwei führende Köpfe müssen für achteinhalb und sechs Jahre ins Gefängnis, drei Mittäter für zweieinhalb und drei Jahre“, so die Polizei.

In einem Verfahren stellten Polizei und Justiz nach Durchsuchungen in 25 Objekten (darunter zwei in den Niederlanden) unter anderem drei Kilo Kokain, 500.000 Euro Bargeld und fünf Autos sicher. 2018 stellten die Teams des Hauptzollamts 358 Kilogramm Wasserpfeifentabak sicher und leiteten mehr als 100 Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, unter anderem wegen Steuerhehlerei.

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Die Polizei teilt mit, dass im Jahr 2019 an 440 Orten in Dortmund bezüglich Clankriminalität kontrolliert worden sei. „Die täglichen Einsätze gegen Drogenhändler stören den Geldtransfer von den Geschäften auf der Straße bis in die oberen Strukturen“, so die Polizei.

Insgesamt fast 2 Millionen Euro seit 2013

2018 und 2019 stellten die Ermittler bei Kontrollen in insgesamt 791 Fällen Bargeld aus Drogengeschäften sicher: „In der Summe ergeben immer wieder auch kleinere abgeschöpfte Beträge einen Gesamtbetrag von mehr als 1,8 Millionen Euro seit 2013.“

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