Die Commerzbank hat in Dortmund rund 10.000 Kunden. Die müssen sich auf weitere Filialschließungen einstellen. © Peter Wulle
Bankenwesen

Commerzbank schließt weitere Filialen in Dortmund und der Region

Das neue Filialnetz steht: Dem Sparkurs bei der Commerzbank fallen weitere Standorte in Dortmund zum Opfer. Zudem verabschiedet sich die Commerzbank aus einigen Nachbarstädten ganz.

Dass die Commerzbank ihren Sparkurs noch einmal verschärfen würde, zeichnete sich für Branchenexperten bereits im vergangenen Jahr ab. Jetzt steht fest, dass die Commerzbank ihr Filialnetz ab Oktober noch einmal deutlich ausdünnen wird.

Nachdem mit den Arbeitnehmervertretern Einigung über die Standortplanung erzielt wurde, teilte das Unternehmen am Montag (5. Juli) mit, dass das bundesweite Filialnetz von aktuell 790 um insgesamt 340 Standorte reduziert wird.

„Uns geht es um ein zukunftsfähiges Filialnetz und ein komplett neues, an den Bedürfnissen unserer Kunden orientiertes Geschäftsmodell“, erläutert Christian Erber, der Leiter der Niederlassung Dortmund. „Wir wollen die digitale Beratungsbank für Deutschland werden“, fügt er hinzu.

Zeitplan und Details zu den Schließungen gibt es noch nicht

Diese Neuausrichtung hat deutliche Auswirkungen auf das Filialnetz der Niederlassung Dortmund. So werden die Filialen in Aplerbeck und Brackel sowie in Castrop-Rauxel, Schwerte und Herdecke perspektivisch geschlossen – spätestens im kommenden Jahr.

Christian Erber ist Niederlassungsleiter der Commerzbank in Dortmund
Christian Erber ist Niederlassungsleiter der Commerzbank. Er sagt: „Bisher gibt es in Dortmund keine Insolvenzwelle.“ © Commerzbank © Commerzbank

Eine individuelle Kundenkommunikation mit standortbezogenen Informationen starte, sobald der Zeitplan und die Details zur Schließung der einzelnen Filialen feststehen, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Wir haben während der Pandemie festgestellt, dass Beratung auch ohne Filiale gut funktioniert und für den Kunden schnell, einfach und bequem ist. Unsere Strategie bleibt digital und persönlich, denn das persönliche Gespräch ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer Kundenbetreuung“, so Christian Erber.

In Dortmund hat die Commerzbank im vergangenen Jahr bereits drei Filialen geschlossen: in Hombruch, in Mengede und an der Münsterstraße in der Nordstadt. Persönlich vor Ort erreichbar ist sie in der Stadt demnächst nur noch am Hansaplatz und an der Hermannstraße in Hörde.

Beratung über Telefon, Video, Chat und E-Mail

In Dortmund hat die Commerzbank nach eigenen Angaben rund 60.000 Kunden. In Castrop-Rauxel sind rund 7000 und in Schwerte rund 6000 Kunden von den Standortaufgaben betroffen. An den Konto- und Iban-Nummern ändert sich für die Kunden nichts.

Die Filiale, so heißt es seitens der Bank ganz allgemein, verliere für tägliche Bankgeschäfte bei Kunden immer mehr an Bedeutung, das Smartphone werde zum wichtigsten Kontaktkanal. Daher werde die Betreuung über Beratungscenter ausgebaut.

Parallel zu den Filialschließungen soll der Ausbau der persönlichen Beratung über Telefon, Video, Chat und E-Mail starten. Im ersten Schritt beraten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kunden von zentralen Standorten aus zunächst telefonisch. Ab Ende 2022 sollen Kunden dann auch die anderen Kommunikationskanäle nutzen können.

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Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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