In diesem Friseursalon an der Chemnitzer Straße sollen illegal Haare geschnitten worden sein, sagt die Stadt. Die Chefin widerspricht. © Björn Althoff
Ordnungsamt und Polizei

Corona-Einsatz bei Friseurin: Stadt Dortmund widerspricht der Chefin

Sind zehn Uniformierte in einen kleinen Friseurladen gestürmt? Nur weil dort ein Corona-Verstoß vermutet wurde? Die Stadt Dortmund widerspricht der Besitzerin und nennt eigene Zahlen.

Zu zehnt sind die hier reingestürmt“, sagt Fatma Kasmann (48), Friseurin aus Dortmund, über den Einsatz in ihrem Salon vom Dienstag. Der Vorwurf: Bei „Kopfarbeit“ im Saarlandstraßenviertel sollen illegalerweise Haare geschnitten worden sein.

Die Friseurin bestreitet das. Und wunderte sich über die Menge der Menschen in Uniform und über deren Vorgehen.

Die Stadt Dortmund widerspricht der Salon-Besitzerin nun in einem Punkt: Nicht mit zehn Personen sei man vor Ort gewesen, sondern nur zu sechst. „Es handelte sich um einen gemeinsamen Kontrolleinsatz von Ordnungsamt und Polizei, bei dem drei Mitarbeitende des Kommunalen Ordnungsdienstes sowie drei Polizeibeamte beteiligt waren.“

Polizei: Waren nur mit einem Wagen vor Ort

Das deckt sich mit der Darstellung der Polizei. Sprecherin Kristina Purschke erklärte auf Anfrage, die Polizei sei nur mit einem Wagen vor Ort gewesen. Wobei: Im Allgemeinen könnte ein Wagen die übliche Streifenwagenbesatzung, also zwei Beamte, bedeuten. Wobei es natürlich immer sein könne, dass Auszubildende mit im Streifenwagen unterwegs seien, um das Geschehen des Polizei-Alltags kennenzulernen.

Auch die Ordnungsamts-Mitarbeiter sind nicht allein unterwegs. Diejenigen, die täglich kontrollieren, ob die Corona-Schutzverordnung eingehalten werde, seien „mindestens in Doppelstreifen“ unterwegs – „schon aus Gründen der Eigensicherung und der Gerichtsfestigkeit bei zu treffenden, ordnungsbehördlichen Maßnahmen“, so Stadtsprecher Maximilian Löchter.

Bedeutet: Es ist unwahrscheinlicher, dass eine größere Gruppe von Uniformierten angegriffen wird. Und sie können im Zweifelsfall bei juristischem Streit für mehrere Aussagen sorgen, vielleicht auch leichter noch Beweisfotos machen.

Bei Stadt wie Polizei: Neue Mitarbeiter sind mit vor Ort

Ansonsten: Die Stärke der Einsatzteams hänge auch von weiteren Faktoren ab, so Löchter weiter: Wie ist die Einsatzlage? Wie das konkrete Einsatz-Geschehen?

Auch die Stadt erwähnt: Man bilde Mitarbeiter im Außendienst aus, „die demzufolge zusätzlich in den Kontrollteams eingesetzt sind“. Und da man dann noch öfter gemeinsam mit der Polizei unterwegs sei, seien „in der Summe daher auch Teams mit einer größeren Anzahl von Mitarbeitenden unterwegs.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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