Corona-Gefahr: Stadt erklärt Wege am Phoenix-See zu Einbahnstraßen

Coronavirus

Der Phoenix-See ist ein Besuchermagnet. Und das führt in Zeiten der Corona-Pandemie zu Problemen. Die Stadt hat sich jetzt etwas einfallen lassen, um den Verkehr am See zu regeln.

Dortmund

, 03.04.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach dem Willen der Stadt sollen Spaziergänger den Phoenix-See nur noch im Uhrzeigesinn umrunden. Aushänge am See machen darauf aufmerksam.

Nach dem Willen der Stadt sollen Spaziergänger den Phoenix-See nur noch im Uhrzeigesinn umrunden. Aushänge am See machen darauf aufmerksam. © Oliver Schaper

Frühling, Sonnenschein und Wochenende. Der Stadt Dortmund schwant da nichts Gutes. Denn sie weiß um die „magische Anziehungskraft“ des Phoenix-Sees auf Spaziergänger, Radfahrer und Jogger. Und das könnte in Zeiten der Coronavirus-Pandemie zu Problemen führen, wenn sich die Menschen auf den Wegen zu nahe kommen.

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Die Stadt will jetzt auf ungewöhnliche Weise den Fußgängerverkehr rund um den See steuern: Sie erklärt die Fußwege zur „Einbahnstraße“. Nur noch eine einzige Laufrichtung – und zwar im Uhrzeigersinn – wird empfohlen. Dies sei ein Appell an die Bürger, teilte die Verwaltung am Freitagnachmittag mit.

Schilder mit Laufrichtung werden aufgehängt

Die Regelung soll schnell umgesetzt werden. „Seit Freitag werden zahlreiche Schilder vor Ort aufgehängt, die die Laufrichtung anzeigen und die vorhandene Beschilderung ergänzen“, erklärt die Stadtverwaltung.

Mit dieser Karte macht die Stadt auf die Einbahnstraßen-Regelung am Phoenix-See aufmerksam.

Mit dieser Karte macht die Stadt auf die Einbahnstraßen-Regelung am Phoenix-See aufmerksam. © Stadt Dortmund

Mit der Regelung solle vermieden werden, dass sich die Menschen auf den Wegen am See zu nahe kommen, heißt es zur Erläuterung. Das könne schnell passieren, wenn viele Menschen unterwegs sind und sich dann auch noch auf den Wegen begegnen. „Die geltenden Abstandsregeln sind dann kaum noch einzuhalten. Das Coronavirus hätte in so einem Fall leichtes Spiel, denn es verbreitet sich auch draußen im Freien“, warnt die Stadt.

Engpässe auf Wegen vermeiden

Spaziergänger am Phoenix-See sollten deshalb einplanen, dass sie prinzipiell den gesamten See umrunden müssten, um zum Ausgangspunkt zurück zu kommen. Das ist eine Strecke von rund drei Kilometern. Alternativ könne man höchstens eine der Anwohnerstraßen oberhalb der Seewege für den Rückweg nutzen.

Auch für Jogger gilt Einbahnstraßen-Verkehr.

Auch für Jogger gilt Einbahnstraßen-Verkehr. © Oliver Schaper

Generell macht die Stadt darauf aufmerksam, dass es speziell in der Osterferienzeit in vielen Parks und Grünanlagen zu Engpässen und zu Konflikten mit dem Abstandsgebot von mindestens 1,50 Meter kommen kann.

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Zu zweit dürfe man natürlich draußen unterwegs sein – als Familie, die zusammen lebt, auch mit entsprechend mehr Personen. Allerdings könnten viele Zweiergruppen zusammen bei großer Nähe auf engem Raum eine „Ansammlung“ ergeben, die die Ordnungskräfte auflösen müssen. Und dies gelte insbesondere bei „Begegnungsverkehr“.

Keine ordnungsrechtlichen Konsequenzen

Wenn sich jemand am Phoenix-See nicht wie empfohlen im Uhrzeigersinn, sondern in die entgegengesetzte Richtung bewegt, hat das allerdings keine ordnungsrechtlichen Konsequenzen.

„Die Laufrichtung ist keine Maßnahme mit Ordnungsrechtscharakter, sondern eine Empfehlung, die auf die Einsicht und Mithilfe der Seebesucher setzt“, erklärt die Stadt. Der am Phoenix-See eingesetzte Sicherheitsdienst werde die Spaziergänger allerdings „hier und da an die Einhaltung der vorgegebenen Richtung erinnern“.

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