An Corona-Wirtschaftshilfen sind 1,04 Milliarden Euro im Regierungsbezirk Arnsberg ausgeschüttet worden. Der größte Teil ging nach Dortmund. © Stephan Schütze
Hilfsgelder für die Wirtschaft

Corona-Hilfen vom Staat: Dortmund kassierte Rekordsumme

In keine andere Stadt im Regierungsbezirk Arnsberg sind so hohe Corona-Wirtschaftshilfen geflossen wie nach Dortmund. Davon profitiert auch eine Stadt-Tochter, die es besonders hart erwischt hat.

Kneipen und Restaurants geschlossen, Kinos und Theater dicht: Auf dem Höhepunkt der Coronakrise mussten viele Betriebe um ihre Existenz bangen. Einige tun das noch immer. Bis 9. Juli 2021 hatten insgesamt 10.599 Dortmunder Unternehmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige Corona-Wirtschaftshilfen beantragt. Damit nimmt Dortmund im Regierungsbezirk Arnsberg die Spitzenposition ein.

90,6 Prozent der Anträge sind nach Angaben aus Arnsberg bewilligt worden. Lediglich 0,7 Prozent der Antragsteller gingen leer aus – und weitere 2,6 Prozent haben ihre Anträge freiwillig zurückgezogen. 5,8 Prozent werden noch geprüft.

Unter dem Strich sind knapp 198 Millionen Euro (197.5696.208 Euro) aus den von Bund und Land aufgestellten Töpfen wie Novemberhilfe, Dezemberhilfe und den diversen Überbrückungshilfen nach Dortmund geflossen. So viel wie in keine weitere Stadt. Insgesamt 1,04 Milliarden Euro sind im Regierungsbezirk Arnsberg ausgeschüttet worden. Davon wurden allein 19 Prozent nach Dortmund überwiesen. Auf Platz zwei rangiert Bochum mit gut 131 Millionen Euro (12,6 Prozent).

Die meiste Hilfe fließt für Hotels und Gastronomie

Die meiste Unterstützung in Dortmund gab’s für den Bereich „Gastgewerbe“: Hotels, Gasthöfe und Pensionen sowie Kneipen, Restaurants und Imbissbuden gehören zu denen, die mit am meisten Umsatz verloren hatten – und mit gut 66,6 Millionen Euro (bzw. 33 Prozent) nun auch die meiste Hilfe erhalten haben.

Mit deutlichem Abstand folgt der Wirtschaftszweig „Kunst, Kultur, Unterhaltung und Erholung“. Auch Theaterensembles, Konzertveranstalter, Opern- und Schauspielhäuser sowie Fitnessstudios haben gelitten und sind mit gut 38,2 Millionen Euro unterstützt worden.

Der drittgrößte Betrag, gut 30 Millionen Euro, ist unter anderem für Reisebüros und Reiseveranstalter geflossen. Immerhin noch gut 18 Millionen Euro hat Arnsberg für den Kfz-Bereich ausgeschüttet: Damit landen Werkstätten, Auto- und Ersatzteilhändler in Dortmund auf Platz vier.

Westfalenhalle erhält 7,1 Millionen Euro

Vom Geldsegen profitiert auch die Unternehmensgruppe Westfalenhallen GmbH, 100-prozentige Tochter der Stadt Dortmund. Durch den Ausfall von Messen, Veranstaltungen und Konzerte sind der Halle seit Beginn der Coronakrise Umsätze im hohen zweistelligen Millionenbereich weggebrochen.

Im Gegenzug konnte die Halle zumindest 7,1 Millionen Euro aus der November- und der Dezemberhilfe verbuchen – und damit den maximal möglichen Betrag. Er trägt dazu bei, die für 2021 drohende Liquiditätslücke von insgesamt 17,3 Mio. Euro zu schließen. Die weiteren 10,2 Millionen Euro muss die Stadt über eine erneue Kapitalerhöhung zuschießen. Das soll Donnerstag (23.9.) im Rat beschlossen werden.

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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