Das Impfzentrum und die Hausärzte sind in Dortmund die ersten Anlaufstellen, wenn es um die Corona-Impfung geht. © dpa
Impfzentrum oder Arztpraxis?

Corona-Impfung in Dortmund: Wer bekommt wann, wie und wo einen Impftermin?

Zum Thema Corona-Impfung gibt es ständig neues Infos: Wer wird aktuell geimpft? Wer ist zuständig - das Impfzentrum Dortmund oder der Hausarzt? Wie bekommt man Termine? Die wichtigsten Antworten.

Über 111.000 Menschen in Dortmund haben (Stand 22.4.) bereits ihre Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten, knapp 30.000 auch die Zweitimpfung. Der aller größte Teil der Dortmunder wartet noch auf den Pieks, der mittelfristig die Normalität zurückbringen soll.

Wann ist man überhaupt an der Reihe? Wie und wo bekommt man einen Termin? Wer berät, wenn man sich Sorgen über Nebenwirkungen macht? Antworten auf wichtige Fragen rund um das Thema Corona-Schutzimpfung in Dortmund.

Bin ich überhaupt schon an der Reihe?

Solange der Impfstoff knapp ist, regelt die Corona-Impfverordnung strikt, wer schon einen Anspruch auf die Impfung hat. Alle Personen, die unter die Paragrafen 2 (Schutzimpfungen mit höchster Priorität) und 3 (Schutzimpfungen mit hoher Priorität) fallen, sind schon impfberechtigt. Dazu zählen alle Menschen, die 1951 oder früher geboren wurde sowie deren Lebenspartner. Die Möglichkeit, den Partner mitimpfen zu lassen, läuft allerdings am 29. April aus.

Auch bestimmte Berufsgruppen, beispielsweise Krankenhaus-Personal, Lehrer in Grund- und Sonderschulen, Kita-Mitarbeiter, Polizisten und weitere sind schon impfberechtigt. Weitere Gruppen, die schon geimpft werden, sind bestimmte chronisch Kranke sowie Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren.

Einen detaillierten Überblick über die priorisierten Gruppen geben die Paragrafen 2 und 3 der Coronaschutzverordnung, abrufbar unter anderem über die Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Die Stadt Dortmund informiert online über einen Impffahrplan, welche Gruppe bereits Impftermine ausmachen können.

Zusätzlich zu den „normalen“ Impfterminen nach Priorisierung läuft aktuell eine Sonderaktion für Über-60-Jährige, die sich mit Astrazeneca impfen lassen wollen.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren werden noch nicht geimpft, für sie gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff.

Impfzentrum oder Hausarzt – wer ist für mich zuständig?

Im Dortmunder Impfzentrum wird seit Anfang Februar geimpft, seit Ostern erhalten auch Hausärzte Impfstoff. Die Zuständigkeiten sind dabei klar geregelt: Termine im Impfzentrum können alle machen, die zu den bereits impfberechtigten Altersgruppen gehören. Hinzukommen alle, die aufgrund ihres Berufs bevorzugt geimpft werden.

Hausärzte impfen chronisch kranke Patienten, die aufgrund ihrer Vorerkrankungen zu den priorisierten Gruppen gehören, und bettlägerige Patienten bei Hausbesuchen. Auch Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen können sich an den Hausarzt wenden.

Der Weg über den Hausarzt ist der Weg, den die KVWL chronisch Kranken empfiehlt. So war es zumindest lange. Ab dem 30. April fährt man aber zweigleisig: Chronisch Kranke können dann auch über die Buchungsportale der KVWL einen Termin im Impfzentrum buchen.

Kann man sich auch beim Facharzt impfen lassen?

Gynäkologen sind bereits in die Impfkampagne eingestiegen – sie impfen die engen Kontaktperson der Schwangeren. Eltern schwerkranker Kinder können sich an den behandelnden Kinderarzt wenden. Auch diesen Gruppen steht, mit entsprechender Bescheinigung, der Weg ins Impfzentrum offen.

Weitere Fachärzte, wie beispielsweise Lungenfachärzte oder Onkologen, werden wohl im Mai hinzukommen, so die Einschätzung der KVWL. Dann sollen deutlich mehr Impfstoffdosen geliefert werden.

Wie komme ich an einen Termin?

Termine im Impfzentrum werden auf zwei Wegen vergeben – abhängig davon, warum man impfberechtigt ist. Wer aufgrund seines Alters oder eine chronischen Erkrankung berechtigt ist, kann über die KVWL buchen: Entweder im Internet über die Seite corona-kvwl.de oder telefonisch unter 116 117 oder (0800) 116 117 02 (Telefonhotline täglich 8 bis 22 Uhr besetzt).

Wer aufgrund einer anderen Berechtigung – über die Berufsgruppe oder als Kontaktpersonen von Schwangeren, Pflegebedürftigen etc. – einen Termin im Impfzentrum ausmachen möchte, kann das telefonisch unter (0800) 5 88 96 26 oder über die Internetseite impftermin.dortmund.de erledigen.

Bei den Hausärzten, die weiterhin noch recht wenige Impfstoffdosen pro Woche erhalten, läuft es anders: Grundsätzlich laden die Praxen diejenigen ihrer Patienten, bei denen eine Impfung aufgrund einer schweren Erkrankung besonders dringend ist, zum Termin ein.

Es mache keinen Sinn, wenn jeder Patienten seinen Hausarzt wegen eines Termines anruft, so Dr. Prosper Rodewyk, Hausarzt in Hörde und Bezirkssprecher der KVWL. Denn die Hausärzte müssen sich strikt an die Priorisierung halten. Ein völlig gesunder 40-Jährigen kann sich den Anruf also sparen – er bindet nur unnötig Kapazitäten.

Allerdings komme es durchaus vor, dass sich Patienten mit entsprechenden Vorerkrankungen erkundigen, ob der Arzt sie „auf dem Schirm hat“: „Wir sehen über das Jahr 30.000 Patienten. Besonders diejenigen, die wegen ihrer Erkrankungen stark facharztgeführt sind, können sich jetzt durchaus in Erinnerung bringen“, rät Rodewyk.

Wer berät mich, wenn ich individuelle Fragen zur Impfung habe?

Vor der Impfung wird man beraten – ob im Impfzentrum oder beim (Haus-)Arzt. Ein Gespräch mit dem Arzt ist in jedem Fall vorgeschaltet, so Dr. Rodewyk. Je individueller meine Fragen, je komplexer meine Krankengeschichte ist, je mehr macht es Sinn, sich an seinen Hausarzt zu wenden. „Der Arzt im Impfzentrum kennt mich nicht. Eine ganz individuelle Beratung bekommt man nur beim Hausarzt“, so der Ärztesprecher.

Weitere Informationen

Details vom Impfstoff bis zum Terminablauf

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat auf ihrer Internetseite viele allgemeine Informationen zur Corona-Impfung zusammengestellt. Hier werden beispielsweise Detailfragen zur Terminbuchung, zum Ablauf des Impftermins und zu zugelassenen Impfstoffen geklärt.

Über die Autorin
Redakteurin
1983 im Münsterland geboren, seit 2010 im Ruhrpott zuhause und für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und vor allem: zuzuhören.
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Jessica Will

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