Ein neuer Warnwert für Corona-Einschränkungen allein würde das Gesundheitsamt überlasten. © dpa
Meinung

Corona-Inzidenz: Die Politik muss langsam locker lassen

Ist eine Inzidenz von 200 wirklich das „neue 50“? Unsere Autorin sagt: Ja. Aber: Das kann nur der erste Schritt sein. Die Politik muss auch bei anderen Corona-Regeln mehr Mut beweisen.

Zurzeit klettern die Corona-Fallzahlen auch in Dortmund wieder rapide. Gesundheitsminister Jens Spahn stellt mit Hinweis auf die steigende Impfquote und weniger schwere Covid-Verläufe eine Neubewertung der 7-Tage-Inzidenz zur Diskussion: „200 ist das neue 50.“

Die Fachleute des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben dabei nur durchgespielt, welche Folgen steigende Infektionen bei einer immer höheren Impfquote haben. Doch das Geschehen zur Eindämmung der Pandemie – und die bleibt schließlich das Ziel aller Maßnahmen – spielt sich auf lokaler Ebene ab.

Eine wesentliche Anhebung der Schwellenwerte für Corona-Beschränkungen allein hätte erhebliche Konsequenzen für das Gesundheitsamt: Es müsste zur Kontaktverfolgung und Quarantäne-Anordnung wieder Personal aus anderen Ämtern abziehen, das dann dort fehlt. Am Ende wäre vermutlich nicht nur das Gesundheitsamt überlastet.

Mut ist gefragt

Deshalb dürfen es Bundesländer und Bundesregierung nicht bei der Änderung der Werte belassen. Sie müssen auch die Arbeit der Gesundheitsämter an die neuen Maßstäbe anpassen. Konkret: Wir brauchen neue Regeln zur Kontaktverfolgung.

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken hat dazu schon einen Vorschlag gemacht: Quarantäne in Schulen und Kitas nur noch für positiv Getestete. Das erfordert Mut von den politischen Entscheidungsträgern – wäre aber nur konsequent.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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