Corona-Krise bremst Prozess um Serien-Brandstifter in Dortmund aus

mlzLandgericht Dortmund

Seit drei Monaten verhandelt das Landgericht gegen einen mutmaßlichen Serien-Brandstifter aus Dortmund. Doch nun stockt der Prozess. Schuld ist die Corona-Krise.

Dortmund

, 20.04.2020, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 21-jährigen Dortmunder vor, im Sommer 2019 eine Vielzahl von Feld- und Strohfeuern gelegt zu haben. Die Tatorte lagen in Dortmund und im gesamten Kreis Unna.

Der Angeklagte will allerdings nicht in allen Fällen der Täter gewesen sein. In einem verwirrt klingenden Teilgeständnis hatte er zu Prozessbeginn erklärt: „Manchmal war ich auch nur zufällig am Tatort.“

Dass der 21-Jährige an einer psychischen Erkrankung leidet und wohl nur vermindert schuldfähig war, war schon vor Beginn des Prozesses klar. Die Frage lautete nur: Wie schwer ist der Dortmunder eingeschränkt? Aus diesem Grund haben die Richter zuletzt noch ein ergänzendes psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben.

Jetzt lesen

Eigentlich sollten die beiden beauftragten Experten ihre Ergebnisse am Montag vorstellen. Sie konnten aber bisher noch nicht alle Tests wirklich durchführen. Eine MRT-Aufnahme vom Gehirn des 21-Jährigen wurde zwar angefertigt. Doch zusätzliche Befragungen mussten leider verschoben werden, denn: „Es fehlt ihnen das Manual für den Test“, sagte der Vorsitzende Richter am Montag.

Die Psychiater sind nach seiner Auskunft auf Bücher angewiesen, die ihnen aufgrund des Schließung aller Bibliotheken wegen der Corona-Krise aber nicht zur Verfügung standen. Jetzt verschiebt sich ein Urteil vielleicht sogar bis Juni.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt