Corona-Kunst: Künstler bemalen Masken, Nähbienen versteigern sie

mlzCoronavirus

Die Dortmunder Nähbienen haben immer neue Ideen. Nun wollen sie von Künstlern gestaltete Schutz-Masken für den guten Zweck versteigern. Was fehlt, ist ein Ort für die Auktion.

Lütgendortmund

, 20.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang April hat Beate Kimm die „Dortmunder Nähbienen“ ins Leben gerufen. Seitdem haben die sechs Frauen bereits über 2300 Behelfs-Masken für Risikopatienten, Praxen, Obdachlosen-Initiativen, Kliniken und Heime gefertigt. Alle zum Nulltarif.

Die Nähmaschinen werden auch weiterhin rattern. „Eigentlich dachte ich, dass langsam etwas Ruhe einkehrt“, sagt die 56-Jährige, die unter einer chronischen Lungenerkrankung leidet. Doch genau das Gegenteil sei der Fall: „Uns liegen gerade neue Anfragen eines Seniorenzentrums und einer Dialyse-Praxis vor.“ Aber alle Frauen seien weiterhin mit Freude und Elan im Einsatz, betont sie.

Darüber hinaus arbeitet die engagierte Lütgendortmunderin mit ihrem ehrenamtlichen Team an einem neuen Projekt. Sie möchte Masken künstlerisch gestalten lassen und anschließend für den guten Zweck versteigern. „Das Geld soll eins zu eins in die Dortmunder Obdachlosen-Initiative ,Hand in Hand für Menschen‘ fließen“, so Beate Kimm. „Masken für Hände“ lautet das Motto der Aktion.

Vier Künstler unterstützen bislang das Projekt „Masken für Hände“

Für ihre Idee habe sie bereits zwei Dortmunder Grundschulen, einen Bochumer Kindergarten und vier Dortmunder Künstler gewinnen können: „Bislang machen Anette Göke, Almut Rybarsch-Tarry, Era Freidzon und Günter Rückert mit“, berichtet Beate Kimm.

Über die Unterstützung weiterer Schulen, Kindergärten, Künstler und Privatpersonen würde sie sich sehr freuen. „Wir statten alle mit weißen, zugeschnitten Stoffen aus“, so die 56-Jährige. Zwei Familien aus der Nachbarschaft haben bereits die ersten Masken bemalt. Minnie und Mickey Mouse, Dinos und Regenbögen sind darauf verewigt.

Beate Kimm und ihr Team der Dortmunder Nähbienen sind seit fast zwei Monaten ehrenamtlich im Einsatz. Über 2300 Masken haben sie schon gefertigt und verschenkt.

Beate Kimm und ihr Team der Dortmunder Nähbienen sind seit fast zwei Monaten ehrenamtlich im Einsatz. Über 2300 Masken haben sie schon gefertigt und verschenkt. © privat

Beate Kimm möchte so viele Masken wie möglich versteigern. „Die ,Initiative Hand in Hand‘ leistet großartige Arbeit und braucht gerade in der Corona-Krise finanzielle Hilfe. Mir gefällt, dass sie die Obdachlosen nachmittags mit Essen versorgt“, sagt Beate Kimm. „Wegen der Pandemie sind die Mitarbeiter momentan täglich mit zwei Autos unterwegs und verteilen Lunchpakete, Hygieneartikel und Kleidung an die Bedürftigen.“

Dortmunder Nähbienen suchen Location für Masken-Versteigerung

Einen Teil der Masken plant Beate Kimm, im Internet zu versteigern. Ihr Traum ist aber eine Auktion mit Publikum – natürlich unter Einhaltung der Corona-Regeln. Dafür fehlt den Dortmunder Nähbienen allerdings noch die passende Location. „Vielleicht gibt es ja einen Geschäftsinhaber, der uns sein Ladenlokal für die Versteigerung überlässt“, so Kimm. Ein Termin steht noch nicht fest.

Jetzt lesen

Wer den Dortmunder Nähbienen einen Raum für ihre Masken-Versteigerung zur Verfügung stellen oder Stoffe bemalen möchte, kann sich unter Tel. (0178) 90 66 196 melden.

Aktion Maskenhilfe

Wir bringen Näher und Suchende zusammen

Zum Schutz vor dem Coronavirus werden Schutzmasken so dringend gebraucht, dass sogar die Nachfrage nach selbst genähten Masken groß ist. Mit unserer großen Aktion „Maskenhilfe“ bringen wir Suchende und Produzierende zusammen. Sie möchten Einrichtungen wie Pflegeheime mit selbst genähten Masken unterstützen? Oder Sie vertreten eine Einrichtung, die Bedarf hat? Melden Sie sich an! Alle Infos und Teilnahme: www.rn.de/maskenhilfe
Lesen Sie jetzt