Coronakrise reißt große Löcher in Dortmunder Vereinskassen

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Nicht nur die Wirtschaft, auch das Vereinsleben in Dortmund leidet unter den Auswirkungen der Coronakrise. Auch hier wachsen die finanziellen Sorgen. Ein Beispiel aus dem Dortmunder Westen.

Dorstfeld

, 03.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auftritte, Proben, Treffen im Vereinsheim: alles abgesagt. Einer der rührigsten Dortmunder Vereine ist in der Coronakrise zum Nichtstun verdammt. Nicht nur die Bretter, die die Welt bedeuten, sind für die Hobby-Schauspieler des Dorstfelder Theatervereins „Fidelitas“ aktuell tabu.

Auch Traditions-Veranstaltungen wie das Osterei-Knobeln oder der Tanz in den Mai müssen ausfallen. „Das tut schon weh“, sagt der Vorsitzende Karl-Heinz Hülsmann auf Anfrage. Viel schwerer wiege aber ein anderes Problem: Der Stillstand reiße ein großes Loch in die Vereinskasse.

Theaterverein hat monatlich hohe Mietkosten

Karl-Heinz Hülsmann klärt auf: „Unser Fidelitas-Treff kostet uns monatlich 850 Euro, 150 Euro Miete zahlen wir jeden Monat außerdem für eine Großraum-Garage in Marten.“

Ohne die Einnahmen durch Auftritte, Veranstaltungen und den Getränkeverkauf im Vereinstreff sei es schwierig, die laufenden Kosten zu stemmen. „Das geht ans Eingemachte.“

Gottseidank sei der Zusammenhalt unter den rund 120 Mitgliedern groß. „Bevor wir unseren Fidelitas-Treff verlieren, wollen sie lieber einmalig einen höheren Beitrag zahlen, haben mir einige schon zugesichert“, erzählt Karl-Heinz Hülsmann.

Karl-Heinz Hülsmann, seit Anfang 2020 Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Theatervereins Fidelitas, berichtet von finanziellen Sorgen durch die Coronakrise.

Karl-Heinz Hülsmann, seit Anfang 2020 Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Theatervereins Fidelitas, berichtet von finanziellen Sorgen durch die Coronakrise. © Fidelitas

Die weitere gute Nachricht: Die Interessengemeinschaft Dorstfelder Vereine (IDV) werde, wenn nötig, Mitgliedsvereinen unter die Arme greifen, weiß Hülsmann. Er fungiert hier als 1. Kassierer. Darunter fielen vor allem solche Vereine, die Miete für ihr Vereinsheim zahlen müssen.

Aus Komödie wird ein bunter Strauß aus Sketchen

Den geplanten Doppel-Auftritt am ersten Juni-Wochenende in der Aula der Wilhelm-Busch-Realschule hat der Dorstfelder Theaterverein noch nicht abgeschrieben. Aus der geplanten Komödie „Villa Alzheim“ ist allerdings ein „bunter Strauß aus Sketchen“ geworden. „Für die Komödie bräuchten wir mehr Zeit zum Proben“, erklärt Regisseur Lars Hülsmann (31).

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Für die Sketche sei der Probenaufwand hingegen weniger aufwendig. „Die Texte können sich die Schauspieler alleine aneignen, alles Weitere läuft übers Telefon“, so Lars Hülsmann.

Sketche von Loriot, Heinz Erhardt und Anke Engelke

Freuen dürfen sich die Zuschauer am 6. und 7. Juni, sofern es das Coronavirus zulässt, unter anderem auf Sketche von Loriot, Heinz Erhardt und Anke Engelke. Die Sketche von Hape Kerkeling seien leider zu lang, so der Regisseur.

„Monty Python fände ich auch gut, aber dafür muss ich wohl noch Überzeugungsarbeit leisten“, verrät Lars Hülsmann. Denn alle Entscheidungen träfe er gemeinsam mit Regisseurin Renate Pieper und Regieassistentin Heike Bors.

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