Trotz Ansteckungsrisiko: Tier bietet E-Scooter-Freifahrten für Pfleger

mlzCorona-Krise

Anders als Lime und Circ lässt der E-Scooter-Verleiher Tier seine Flotte in Dortmund. Menschen mit systemrelevanten Berufen werden sogar Freifahrten angeboten. Ob das so eine gute Idee ist?

Dortmund

, 30.03.2020, 22:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitte März kündigten die Verleiher Lime und Circ an, wegen der Corona-Krise ihre E-Scooter-Flotten aus Dortmund und den anderen deutschen Standorten zurückzuziehen. Das hatte einerseits mit den rasant zurückgehenden Fahrten infolge von Geschäfts- und Gastroschließungen zu tun, aber auch mit der befürchteten Ansteckungsgefahr durch den geteilten Gebrauch der Roller.

Laut einer US-Studie kann sich das neuartige Coronavirus bis zu 72 Stunden auf Edelstahl und Kunststoff halten. Auch wenn es wenig wahrscheinlich ist, dass man sich durch einen Kontakt mit kontaminierten Flächen anstecken kann, gingen Lime und Circ lieber auf Nummer sicher. Man wolle durch eine Einlagerung der E-Scooter in diesen Zeiten zur Sicherheit der Kunden, aber auch des Personals vor Ort beitragen, hieß es etwa von Lime.

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Der dritte Anbieter von Leih-E-Scootern in Dortmund, Tier, geht einen anderen Weg: Wie das Berliner Unternehmen am Montag in einer Pressemitteilung ankündigte, bleibt die Tier-Flotte nicht nur auf städtischen Straßen in Deutschland, Schweden, Finnland und Norwegen präsent, sondern wirbt auch offensiv um Kunden aus systemrelevanten Berufen.

Wenn sich Krankenpfleger, Polizisten und Feuerwehrmänner, aber auch Supermarkt- und Apotheken-Mitarbeiter beim so genannten „Heroes“-Programm von Tier anmelden, bekommen sie Freifahrten auf den E-Scootern. So sollen die „Helden des Corona-Alltags“ unterstützt werden.

Extra mehr E-Scooter vor Krankenhäusern

Seine Entscheidung begründet Tier mit dem „dringenden Bedarf für Individual-Mobilität in Zeiten von ‚Social Distancing‘“ in den Städten, besonders bei Menschen aus systemrelevanten Berufen. Dabei sieht sich der E-Scooter-Verleiher als Alternative zu potenziell vollen Bahnen.

„Wo immer möglich, platzieren Teams darüber hinaus zusätzliche Scooter vor Krankenhäusern und anderen Knotenpunkten“, schreibt Tier weiter in seiner Pressemitteilung.

Dabei sollen „umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen“, wie Tier auf seiner Seite schreibt, Nutzer und Mitarbeiter vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Dazu zählt etwa die regelmäßige Desinfektion der E-Scooter bei ihrer Wartung und Reparatur. Man befolge sowohl die Richtlinien der lokalen Politik als auch die der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Darüber hinaus stehe man in einem „offenen Dialog mit den Stadtbehörden“ an den jeweiligen Standorten, so Tier, und befolge die „aktuellen politischen Richtlinien“.

Das führte in anderen Ländern zu einer Betriebspause: In Italien, Frankreich, Spanien, der Schweiz und Österreich dürfen derzeit keine Leih-E-Scooter unterwegs sein.

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