Corona lässt die Osterkirmes platzen – und sogar für den Weihnachtsmarkt gibt es Auswirkungen

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Auch die Dortmunder Schausteller ziehen Konsequenzen aus der Corona-Krise: Sie sagen die Osterkirmes auf dem Fredenbaum-Platz ab. Die ersten Existenzsorgen werden laut.

Dortmund

, 15.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab dem 4. April sollten sich auf dem Fredenbaum-Platz an der Eberstraße wieder die Karussells drehen. Doch das Kirmesvergnügen ist abgesagt.

„Die Entwicklung der letzten Tage hat auch die Dortmunder Schausteller veranlasst, aus Verantwortung für die Menschen bis auf Weiteres alle Veranstaltungen abzusagen“, teilt Patrick Arens vom Schaustellerverein Rote Erde mit. „Davon sind die Osterkirmes und sämtliche Veranstaltungen in der nächsten Zeit betroffen.“

Das reicht sogar bis zur Planung für die diesjährige „Weihnachtsstadt“, wie der Dortmunder Weihnachtsmarkt seit 2019 heißt. „Die Weihnachtsstadt ist zwar noch nicht in akuter Gefahr. Im Moment können wir angesichts der unsicheren Lage aber keine größeren Verträge abschließen“, erklärt Arens.

Schausteller in Existenzsorgen

Die Corona-Krise bereitet den Schaustellern große Sorgen. „Schausteller konnten schon einige Krisen in ihrer rund 1.000-jährigen Tradition bewältigen und auch in Dortmund blickt unser Gewerbe auf mehr als 600 Jahre erfolgreichen Bestehens zurück“, erklärt Arens.

Durch die Corona-Krise gerieten jetzt aber viele Schaustellerfamilien und Künstler im Eventbereich an ihr Existenzminimum. Man hoffe, dass ihnen der Staat - wie anderen Branchen auch - schnell und unbürokratisch unter die Arme greift.

Der Schausteller-Verband führe dazu schon intensive Gespräche mit der Landesregierung, berichtet Patrick Arens. Und auch die Stadt Dortmund sagt Unternehmen, die durch die Absage von Veranstaltungen in Probleme geraten, Hilfe zu.

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Die ökonomischen Auswirkungen der aktuelle Lage würden immer deutlicher, stellte Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Freitag fest. Als Beispiele nannte er Busunternehmen und die Kulturwirtschaft. Man habe in Dortmund mit Unternehmen aus der sogenannten Eventwirtschaft gesprochen und setze darauf, dass Veranstalter, die Veranstaltungen absagen mussten, Ausfälle von Versicherungen ersetzt bekommen.

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Eine Grundlage soll eine Ordnungsverfügung der Stadt zu Veranstaltungen sein, die aktuell in Arbeit ist. Die Dortmunder Wirtschaftsförderung arbeite mit der Kreditwirtschaft aber auch an einem Konzept zu Hilfen für Unternehmen, berichtete Sierau. Das stimme man noch mit der Landesregierung ab.

Wie die Stadt hatten auch private Veranstalter in den vergangenen Tagen Veranstaltungen aus Sorge um die Ausbreitung des Coronavirus abgesagt.

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