Wald als Müllkippe: Gebrauchte Handschuhe und Masken liegen im Gebüsch

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Das Coronavirus erfordert Schutzmaßnahmen im Alltag. Masken gehören fest dazu, für manche auch Handschuhe. Doch die im heimischen Mülleimer zu entsorgen, klappt nicht bei allen Benutzern.

Jungferntal-Rahm

, 10.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Claus-Jürgen Dellke geht gerne im Rahmer Wald joggen oder walken. Vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie tue es gut, einen Ausgleich zum Alltag in dem Naherholungsgebiet zu haben, so Dellke.

„Die meisten Leute im Wald gehen auch verantwortungsbewusst mit der vorgeschriebenen Abstandsregelung um“, erzählt er. Doch eines ist ihm ein Dorn im Auge: gebrauchte Masken und Handschuhe, achtlos im Wald entsorgt.

„Ein Waldbesucher hat sogar schon ein Schild aufgehängt“, sagt Claus-Jürgen Dellke. „Darauf steht, dass der Wald keine Müllkippe ist.“ Viele Spaziergänger und Läufer tragen im Wald Masken und Handschuhe, so Dellke. Manche machen auch auf dem Rückweg vom Einkauf einen Abstecher in den Wald.

Es gibt mehr Müll in den Wäldern

„Warum auch immer, lassen dann viele die gebrauchten Teile im Wald liegen“, sagt Claus-Jürgen Dellke. Zwar habe im Rahmer Wald vorerst ein frischer Rasenschnitt am Wegesrand für weniger Müll gesorgt, doch er bezweifle, dass es so bleibe.

„Das Problem des höheren Müllaufkommens betrifft alle städtischen Waldgebiete“, sagt Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter. Aufgrund der Corona-Pandemie gebe es einen starken Anstieg der Waldbesuche. Der Grund für erheblich mehr Müll als in Normalzeiten.

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„Werden je nach Jahreszeit die Wald-Papierkörbe im Forstbezirk Nord im zwei- bis vierwöchigen Turnus geleert, ist momentan ständig ein Wald-Reinigungstrupp unterwegs“, sagt Maximilian Löchter. Der Rahmer Wald sei im Zuge dessen beispielsweise am Dienstag (5.5.) gereinigt worden.

Besonders auffällig, was die Müllmenge im Vergleich zu anderen Waldgebieten angehe, sei er jedoch nicht. Dennoch werden alle Wälder bei routinemäßigen Revierfahrten der Forstbezirks-Leitungen und der städtischen Forstwirte regelmäßig kontrolliert.

Illegale Müllentsorger werden selten erwischt

„Dass Waldbesucher bei der illegalen Entsorgung von Abfällen durch das Forstpersonal erwischt werden, ist aber äußerst selten“, sagt Maximilian Löchter. Deshalb bleibe die Hauptaufgabe das Aufsammeln des Mülls.

Werden jedoch Menschen bei der Müllentsorgung erwischt, drohen Strafen abhängig von der Müllmenge. Doch nicht immer seien Menschen für den Müll auf dem Waldboden verantwortlich, betont Maximilian Löchter.

„Häufig sorgen Krähen, Elstern und andere Wildtiere dafür, dass der Inhalt voller Wald-Abfallbehälter auf den Wegen verstreut wird und den Eindruck entstehen lässt, dass dies durch Menschen verursacht worden sei“, sagt er.

Claus-Jürgen Dellke hofft nun, dass der Wald sauber bleibt. Schließlich biete er eine der besten und ungefährlichsten Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben.

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