Pandemie

Corona-Mutation: Weitere Fälle in Dortmund – auch an zwei Kitas

Die Stadt Dortmund meldet, dass weitere Fälle der Corona-Mutation in der Stadt nachgewiesen wurden. Unter anderem sind zwei Kitas betroffen. Teilweise macht die Nachverfolgung Probleme.
Weitere Fälle der britischen Corona-Variante sind in Dortmund nachgewiesen worden (Symbolbild). © dpa

Weitere Fälle der britischen Mutation des Coronavirus (B.1.1.7) sind in Dortmund nachgewiesen worden. Das teilt die Stadtverwaltung am Samstag (13.2.) mit. Erst Anfang Februar waren die ersten Dortmunder Fälle bekannt geworden – im Januar wurden demnach sechs Personen positiv getestet.

Seit den ersten nachgewiesenen Fällen konnte die Virusvariante bis einschließlich Samstag bei 14 Menschen nachgewiesen werden, teilt die Stadt mit. Jetzt gibt es auch die ersten Fälle, bei denen eine Infektionsquelle bisher noch nicht ermittelt werden konnte.

Zwei Kindertagesstätten betroffen

Seit Freitag und Samstag sind zudem erstmals zwei Kindertagesstätten betroffen. Dabei handelt es sich zum einen um die katholische Kita Heilig Kreuz an der Jungferntalstraße im Westen der Stadt – hier wurde ein Kita-Kind positiv auf die Virusvariante getestet.

Die zweite betroffene Einrichtung ist die Fabido-Kita an der Uhlandstraße 170 in der nördlichen Innenstadt. Hier wurde das Virus bei einer Erzieherin nachgewiesen.

Das hat zur Folge, dass die Anzahl der Kontaktpersonen deutlich höher ist, als das in der Regel bei Einzelpersonen der Fall ist, die sich normalerweise nicht in einer solchen Einrichtung aufhalten.

Wie es mit den betroffenen Kitas weitergeht, also ob sie am Montag (15.2.) öffnen können, lasse sich am Samstag noch nicht beantworten, sagt Stadtsprecherin Anke Widow auf Anfrage dieser Redaktion.

„Da schauen wir von Tag zu Tag“, sagt sie. Bei solchen Entwicklungen sei das schwierig und hänge auch vom Erfolg – oder Misserfolg – der Nachverfolgung der Kontaktpersonen ab. Deshalb sei auch nicht zu sagen, wann eine solche Entscheidung überhaupt fällt – ob noch am Sonntag oder erst zu Wochenbeginn.

Ausbreitung der Mutation schwerer einzudämmen

Die Ermittlungen des Gesundheitsamtes zu den Kontaktpersonen liefen jedenfalls auch am Wochenende weiter auf Hochtouren, heißt es seitens der Stadtverwaltung.

Bei der Mutation ist allerdings zu beachten, dass die Feststellung von Varianten nach einem positiven Corona-Test bis zu zehn Tage dauern kann. „In dieser Zeit befindet sich ein positiv Getesteter allerdings ohnehin in Quarantäne“, heißt es in der Mitteilung.

Die Kontaktpersoneneinordnung und die Quarantäneanordnungen erfolgen demnach konsequent nach den aktuellen RKI-Kriterien und sie seien deutlich strenger als bei positiv Getesteten ohne Nachweis einer Virusmutation.

Das hat seine Gründe: Denn nach neuesten Erkenntnissen des Robert-Koch-Institutes erfolgt die Übertragung bei dieser Mutation von Mensch zu Mensch deutlich leichter und das Virus weist eine wesentlich höhere Reproduktionszahl auf.

Das heißt: ein positiv getesteter Mensch steckt deutlich mehr Menschen an. Das bedeutet um Umkehrschluss, dass die Ausbreitung schwerer einzudämmen ist.

„Keine Hinweise auf eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe“

Während anfangs nicht davon ausgegangen wurde, dass diese Virusvariante mit schwereren Krankheitsverläufen einhergeht, gebe es inzwischen – bei noch immer begrenzter Datenlage – erste Hinweise darauf, dass sie mit einer erhöhten Fallsterblichkeit verbunden sein könnte, warnt die Stadt

Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner: „Die gute Nachricht ist, dass es bislang keine Hinweise auf eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt. Es war eine Frage der Zeit, dass diese Variante auch Einrichtungen in Dortmund erreichen würde. Das bedeutet, dass wir umso schneller mit den Impfungen vorankommen müssen.“

Andrea Hagenbrock, Leiterin des Abteilung Sozialmedizin, Infektionsschutz und Umweltmedizin im Gesundheitsamt ordnet das Geschehen aus medizinischer Sicht ein: „Das Gesundheitsamt hat die Ermittlungen dieser Fälle bereits weitestgehend abgeschlossen und die Quarantäneanordnungen ausgesprochen. Es gibt keinen Grund zu übermäßiger Sorge. Jedoch sollte man auf keinen Fall wegen der auch in Dortmund sinkenden Corona-Fallzahlen unvorsichtig werden.“

Sie appelliert an die Dortmunder: „Halten Sie die Hygieneregeln weiter ein! Lassen Sie sich auf jeden Fall bei Auftreten von Symptomen testen und meiden Sie Kontakte, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie vielleicht selbst infiziert sein könnten. Um eine mögliche ,Dritte Welle‘ zu vermeiden, müssen wir alle Verantwortung für uns und unsere Mitmenschen übernehmen und an einem Strang ziehen. Vorsicht ist das Gebot der Stunde.“

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