Corona-Shopping im Indupark: „Die Leute sind noch sehr verhalten“

mlzCoronavirus

Viele Geschäfte im Indupark dürfen seit Montag (20.4.) wieder öffnen. Der große Ansturm bleibt zumeist aus. Vor einem Geschäft bildet sich aber eine Schlange.

Kley, Oespel

, 20.04.2020, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einmal hin, alles drin: Der „Real“-Slogan gilt im Grunde für den gesamten Indupark in Kley. Lebensmittel, Kleidung, Brillen, Babyartikel, Schuhe und Möbel – fast alles, was das Herz begehrt, kann man hier kaufen.

In den vergangenen vier Wochen war das anders. Viele Laden-Lokale mussten auf Anordnung der Landesregierung geschlossen bleiben, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden.

Seit Montag (20. 4.) sind die Corona-Regeln gelockert. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von weniger als 800 Quadratmeter dürfen wieder öffnen. Weitere Voraussetzungen: Sie müssen hygienische Vorgaben erfüllen und dafür sorgen, dass pro zehn Quadratmeter begehbarer Verkaufsfläche maximal eine Person im Laden ist.

Bei Takko gab es am Montag 30 Prozent Rabatt auf alles. Hier war es am Nachmittag relativ voll.

Bei Takko gab es am Montag 30 Prozent Rabatt auf alles. Hier war es am Nachmittag relativ voll. © Beate Dönnewald

Der große Ansturm am Tag 1 nach dem Shutdown blieb aus

Unsere kleine Rund-Tour beginnt im Schuhmarkt Salamander an der Brennaborstraße. Um 14.30 Uhr parkt nur ein Auto vor dem Gebäude. Filialleiterin Christin Belecke und ihr Team sind entspannt.

Maximal 66 Kunden dürfen sich gleichzeitig im Laden aufhalten. „Davon sind wir weit entfernt. 10 bis 15 waren es bisher maximal“, so Christin Belecke. Die Kunden erhalten beim Eintritt eine Karte, die sie an der Kasse wieder abgeben. So behalten die drei Mitarbeiterinnen den Überblick.

Bei fahrrad.de haben wir die einzige Schlange vor dem Geschäft entdeckt.

Bei fahrrad.de haben wir die einzige Schlange vor dem Geschäft entdeckt. © Beate Dönnewald

Kinderschuhe sind besonders nachgefragt

Wer möchte, kann sich am Eingang die Hände desinfizieren. Besonders nachgefragt seien gerade Kinderschuhe, erzählen Christin Belecke und ihre beiden Kolleginnen.

Um die Ecke in der Wulfshofstraße fällt der Blick dagegen auf eine kleine Schlange - vor dem Fachgeschäft „Fahrrad.de“. Es wird aber die einzige an diesem Nachmittag bleiben, obwohl auch etwas weiter bei Takko an der Wulfshofstraße deutlich mehr los ist; vielleicht deshalb, weil es hier 30 Prozent auf das gesamte Sortiment gibt.

790 qm groß ist die Verkaufsfläche, mehr als 70 Personen gleichzeitig dürfen hier nicht stöbern. Vor der Tür wartet aber niemand. „Alle sind recht entspannt“, freut sich der Store-Manager.

Wie Kundin Angelika (29), die hier mit ihrem Baby shoppt. Sie ist froh, dass sie für ihre kleine Tochter endlich wieder Kleidung im Geschäft kaufen kann. „Das ist günstiger und man kann sich die Sachen vor dem Kauf angucken.“

Schuhmarkt Salamander: Filialleiterin Christin Belecke stellt den Kunden unter anderem Desinfektionsmittel zur Verfügung.

Schuhmarkt Salamander: Filialleiterin Christin Belecke stellt den Kunden unter anderem Desinfektionsmittel zur Verfügung. © Beate Dönnewald

Decathlon, Kress und Stoff und Stil sind geschlossen

Fast alle Nachbar-Geschäfte von Takko sind noch geschlossen. Dazu zählen Decathlon, Kress, Stoff und Stil und Smyths Toys. Sie alle sind größer als 800 Quadratmeter. „Die aktuellen Entscheidungen zur Covid-19-Situation haben unsere Hoffnungen leider enttäuscht“, steht an der Kress-Eingangstür. Decathlon verkauft ab Dienstag (21. 4.) sein Fahrrad-Sortiment.

Weiter zu Jeans Fritz im Real-Gebäude, hier hat Filialleiterin Jeanette entschieden, dass trotz einer Verkaufsfläche von 600 qm maximal zehn Kunden gleichzeitig im Geschäft sein dürfen. Sie trägt einen Mundschutz – um sich und ihre Mitmenschen zu schützen.

Jetzt lesen

„Ich habe in den letzten vier Wochen sieben Kilogramm zugenommen“, erzählt ein Kunde, der bei der Filialleiterin gerade seinen Großeinkauf bezahlt. Deshalb sei er froh, sich endlich mit neuen Hemden und T-Shirts eindecken zu können.

Nicht alle Geschäfte im Indupark dürfen aufgrund ihrer Größe öffnen, dazu gehört unter anderem der Media-Markt.

Nicht alle Geschäfte im Indupark dürfen aufgrund ihrer Größe öffnen, dazu gehört unter anderem der Media-Markt. © Beate Dönnewald

Verkäuferin zählt Kunden und desinfiziert Einkaufskörbe

Gegenüber bei Ernsting’s Family ist es auch nicht viel voller. „Die Leute sind noch sehr verhalten“, meint eine Mitarbeiterin, die die Kunden zählt und jeden Einkaufskorb nach Gebrauch desinfiziert. Auch sie trägt eine Maske. „Ich habe zu Hause einen Risikopatienten.“ Ihrer Meinung nach hätten die Geschäfte zu früh geöffnet.

Wir beenden unseren Rundgang in der Tchibo-Filiale gegen 16 Uhr. Kein Kunde weit und breit, dafür fleißige Mitarbeiter, die die Regale einräumen. Zwischendurch sei auch mal mehr los gewesen, erzählt eine Verkäuferin. Sie rechne am Dienstag oder spätestens Mittwoch mit einem ersten Ansturm.

Lesen Sie jetzt