Schnupfen in der Kita? 2020 ist das anders als in den Jahren vor Corona. © picture alliance/dpa
Schnupfen und Grippe

Corona-Winter in der Kita: Führen die Regeln zu weniger Krankheiten?

Abstand halten, Hände waschen – führen die Corona-Regeln in den Kitas zu weniger Schnupfen, Husten, anderen Krankheiten? Verantwortliche aus Dortmund geben Einschätzungen ab.

Normalerweise ist es so: Den Herbst und den Winter erkennt man im Kindergarten nicht nur daran, dass Laternen gebastelt werden oder Weihnachtsgeschenke für die Eltern. Sondern auch am Krankenstand.

Seit den 80ern ist Ira Kersebaum Erzieherin in der evangelischen Kita St. Nicolai, seit vielen Jahren leitet sie die Einrichtung im Dortmunder Kreuzviertel. 2020 aber gebe es dort deutlich weniger Schniefnasen und auch keinen Mitarbeiter-Notstand, wie er in vergangenen Wintern schon mal vorgekommen ist.

„Weniger kranke Mitarbeiter als in den Jahren zuvor“

Ob nun Erkältungs-, Grippe- oder Durchfallviren – sie alle können sich allwinterlich leicht verbreiten in Kindergärten mit offenem Konzept. Soll heißen: dort, wo alle Kinder in allen Räumen spielen dürfen, wo sie sich eben frei entfalten können.

„Wir haben deutlich weniger kranke Mitarbeiter als in den Jahren zuvor“, sagt Kersebaum.

Der Grund dafür sei natürlich keine gesicherte medizinische Erkenntnis, aber „ich erkläre es mir so, dass mehrere Sachen zusammenkommen: einmal das Abstandhalten unter allen Menschen generell, dann das Maskentragen und das Händewaschen hier, aber eben auch, dass Eltern in diesem Jahr sensibler sind und ihre Kinder zuhause lassen, wenn es ihnen nicht gut geht.“

Ira Kersebaum leitet die Kita St. Nicolai im Dortmunder Kreuzviertel.
Ira Kersebaum leitet die Kita St. Nicolai im Dortmunder Kreuzviertel. © Björn Althoff © Björn Althoff

Eltern müssen draußen bleiben – ihre Viren also auch

Außerdem gilt in St. Nicolai das Gleiche wie in fast allen Einrichtungen: Eltern müssen draußen bleiben – morgens beim Abgeben, nachmittags beim Abholen. Auch dieses Einfallstor für Fremdviren aller Art ist also geschlossen.

Weniger Krankheiten also? So weit will Jochen Schade-Homann nicht gehen. Er ist Chef aller evangelischen Kitas in Dortmund, Lünen und Selm – rund 60 sind es. Und Schade-Homann unterstreicht: Er habe das Thema natürlich im Blick. Weil Herbst ist, aber auch wegen Corona an sich. „Ich lasse mir zurzeit alle Krankenscheine zeigen.“

Corona-Verdachtsfall? „Dann haben alle plötzlich Halsschmerzen“

In manchen Einrichtungen sei es wie in St. Nicolai: weniger Krankheiten. „Die berühmten Schnupfnasenkinder“ kämen halt im Corona-Jahr seltener.

Anderswo gebe es indes einen genauso hohen Stand wie üblich, manchmal sogar einen höheren.

Zum Beispiel dort, wo es Corona-Verdachtsfälle gegeben habe: „Sobald so einer auftritt, haben alle plötzlich Halsschmerzen.“

Glücklicherweise seien es meistens nur Verdachtsfälle, keine tatsächlichen Coronafälle. Aktuell, so Schade-Homann am Dienstag, habe man vier Corona-positive Mitarbeiter und nur in einer Einrichtung ein Kind, das positiv getestet sei.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
Zur Autorenseite
Björn Althoff

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt