Gute Nachrichten für Masken-Näherinnen: Es gibt wieder Gummiband

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Die „Dortmunder Nähbienen“ fertigen Behelfsmasken für den guten Zweck. Was ihnen fehlt, ist Gummiband. Jetzt dürfen sie es dort kaufen, wo es bislang verboten war.

Lütgendortmund

, 08.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beate Kimm hat alle Geschäfte in ihrer Nähe abgeklappert. „Das waren bestimmt 15 Läden“, sagt die lungenkranke Lütgendortmunderin. Doch das, was sie so dringend benötigt, habe sie nicht bekommen: Gummiband für Behelfsmasken. „Selbst über Amazon kann nichts zeitnah geliefert werden“, so die 56-Jährige.

Einzig im Centershop in Lütgendortmund sei sie fündig geworden. „Doch dort ist die Ware mit Planen abgesperrt. Haargummis darf ich dort kaufen, Gummiband für unsere Schutzmasken nicht.“

Beate Kimm versteht die Welt nicht mehr. „Andere Geschäfte haben das Gummiband doch auch verkauft. Nur jetzt sind die Regale leer.“

Centershop darf sein gesamtes Sortiment verkaufen

Ohne das Gummiband würden die „Dortmunder Nähbienen“ bei der Fertigung der Behelfsmasken deutlich ausgebremst. Die ehrenamtliche Gruppe hat sich in der vergangenen Woche durch einen Aufruf von Beate Kimm auf Facebook gefunden.

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Jetzt gibt es gute Nachrichten für die ehrenamtlichen Näherinnen: Laut Stadtsprecher Christian Schön dürfe der Centershop seit Montag (6. 4.) sein gesamtes Sortiment verkaufen – also auch das begehrte Gummiband.

Möglich sei dies auf Grundlage einer neuen Handreichung zur Beurteilung der so genannten Mischbetriebe, die das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW den Kommunen zur Verfügung gestellt habe, so Schön am Dienstag (7. 4.).

„Das ist ja super“, freut sich Beate Kimm. Momentan improvisiere ihre Gruppe in Sachen Gummiband. „Wir behelfen uns mit Jersey-Stoff, zum Beispiel alten T-Shirts, aus dem wir die Bänder nähen. Aber das dauert natürlich viel länger“, so Beate Kimm.

82 selbst genähte Behelfsmasken in fünf Tagen

Trotzdem ist das Pensum der bislang fünf Näherinnen beachtlich: In fünf Tagen haben sie 82 Behelfsmasken aus Baumwollstoff gefertigt und bereits an Heime, Risikopatienten und Kliniken im Umkreis verschenkt.

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Die Not sei groß, sagt Beate Kimm, bei der Übergabe von fertigen Masken auf einem öffentlichen Parkplatz habe man sie mehrfach angesprochen. „Man wollte mir sofort welche abkaufen. Aber wir wollen ja gar kein Geld, wir wollen nur helfen.“ Einer Schwangeren und einer alten Dame mit Luftnot habe sie dann je eine Maske geschenkt.

Wer helfen möchte, kann sich über Facebook oder telefonisch melden

Über weitere „Nähbienen“ würde sich Beate Kimm freuen. „Eine Nähmaschine hätten wir auch noch übrig.“ Material-Spenden seien ebenfalls willkommen. „Ich hole alles mit dem Auto ab.“

Wer die ehrenamtliche Gruppe unterstützen möchte, kann sich über Facebook (Dortmunder Nähbienen) oder unter Tel. (0178) 90 66 196 bei Beate Kimm melden.

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