Coronakrise: Hunderte Anrufe täglich bei Dortmunder Agentur für Arbeit

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Bei der Dortmunder Agentur für Arbeit herrscht momentan Hochbetrieb am Telefon: Unternehmen und Bürger stehen vor schweren finanziellen Herausforderungen.

Dortmund

, 27.03.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur der gesundheitliche Aspekt spielt in Coronazeiten eine große Rolle – viele Dortmunder machen sich zudem Sorgen um ihre berufliche Zukunft. „Kurzarbeit“ ist der Begriff der Stunde, denn zahlreiche Unternehmen sehen darin die einzige Chance, um zu überleben.

Kurzarbeit um ein Vielfaches gestiegen

Wenngleich für Dortmund keine eigenen Zahlen zur Kurzarbeit existieren, lassen die nordrhein-westfälischen Fakten erahnen, wie es auch in Dortmund aussieht: Von Montag, 16. März, bis Freitag, 20. März, sind bei den Arbeitsagenturen in NRW 13.030 Anzeigen von Kurzarbeit eingegangen, bei denen Betriebe dies als Folge der Auswirkungen des Coronavirus angaben. Im gesamten März 2019 hingegen wurde in NRW nur 167-mal Kurzarbeit angezeigt.

Viele Menschen verunsichert

„Wir verzeichnen einen stark steigenden Beratungsbedarf wegen des Corona-Virus in allen Bereichen“, sagt Sibylle Hünnemeyer, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Dortmund. „Uns erreichen täglich Hunderte von Anrufen in Bezug auf Kurzarbeitergeld, aber auch andere Anliegen.“ Viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer seien verunsichert - Unternehmen und Menschen stünden vor schweren finanziellen, teils existenziellen Herausforderungen.

Heike Bettermann leitet die Dortmunder Agentur für Arbeit.

Heike Bettermann leitet die Dortmunder Agentur für Arbeit. © Frauke Schumann (A)

Personal zusammengezogen

„Wir wissen um die Sorgen, die sich jetzt viele machen“, sagt die Sprecherin der Arbeitsagentur. Deshalb habe die Agentur ihr Personal zusammengezogen und arbeite unter Hochdruck daran, allen betroffenen Unternehmen und Menschen schnell und unbürokratisch zu helfen. „Die Sicherstellung von Leistungsfortzahlungen hat höchste Priorität.“

Eine Prognose für die nächsten Wochen und Monate sei aufgrund der sich fast täglich ändernden Rahmenbedingungen sehr schwer, sagt Hünnemeyer. „Ausblickend ist klar, dass die Ausbreitung des Virus und die Eindämmungsmaßnahmen zu erheblichem Arbeitsausfall führen und führen werden, etwa infolge von Schließun­gen von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen und einem erhöhten Krankenstand und ausbleibenden Arbeitsaufträgen.“

Da­durch werde auch der Arbeitsmarkt in Dortmund unmittelbar be­einträchtigt; allerdings profitiere er in dieser Situation von seiner in der Vergangenheit erwor­benen Robustheit und umfassenden Stüt­zungsmaßnahmen. Für die wei­tere Entwicklung spiele unter anderem die Dauer der Eindämmungsmaßnahmen gegen Coro­na eine wesentliche Rolle.

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Für Dortmunder Notfälle wird eine lokale Telefonnummer angeboten: 0231/842 22 88. „Mit der zusätzlichen Rufnummer möchte die Agentur für Arbeit Dortmund für Kundinnen und Kunden, die sich in einer Notlage befinden und dringende Angelegenheiten klären müssen, besser erreichbar sein“, betont Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund.

Kontakt zur Dortmunder Arbeitsagentur: Für Arbeitnehmer und Arbeitslose (auch für Arbeitslosmeldungen) ist die Arbeitsagentur unter der Nummer 0231 / 842 2288 oder 0800 / 4 5555 00 zu erreichen. Für Arbeitgeber (auch in Anfragen zum Kurzarbeitergeld) gelten die Rufnummern 0231 / 842 1666 und 0800 / 4 5555 20. Bei Fragen zu Leistungen der Familienkasse erreichen sie ihren Ansprechpartner unter der Telefonnummer 0800 / 4 5555 30.
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