Neue Plattform soll Dortmunds Läden durch die Krise helfen

mlz„Ladenkumpel“

Ferdinand Grah hat in der Corona-Krise Dortmunder Einzelhandels-Geschäfte aufgelistet, die ihre Produkte nach Hause liefern. Nun soll daraus eine Internetplattform werden.

Dortmund

, 09.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Als Dortmunder interessiert mich, was mein Lieblings-Laden treibt", sagt Ferdinand Grah. Neben seinem Beruf als Innovationsberater will er sich für Dortmunder und ihre lokalen Geschäfte einsetzen. Was mit einer kleinen Idee anfing, soll nun zu einer Internetplattform werden.

Sein Konzept: Am 21. März (Samstag) startete er einen Aufruf in den sozialen Netzwerken, dass sich Einzelhandels-Unternehmen bei ihm melden sollten, bei denen die Kunden in der Corona-Krise online bestellen könnten und ihre Produkte bis an die Haustür geliefert bekämen.

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Fein säuberlich listete er alle Läden mit Namen, auslieferbaren Produkten und den Kontaktdaten auf. Neben den vielen Geschäften, die sich bei ihm meldeten, trug er seine Lieblings-Läden und die seiner Bekannten und Kunden ebenfalls ein. Das Register wuchs stetig: Inzwischen sind über 40 lokale Geschäfte aufgelistet.

Die Liste umfasst Einzelhandelsbetriebe aller Art: Von der Apotheke über den Dekoladen, das Lebensmittelgeschäft und den Getränke-Lieferanten bis hin zur Eisdiele und zum lokalen Modegeschäft. Sogar Waschmaschinen, Kühlschränke und Einbauküchen können laut Liste online bestellt und geliefert werden.

Hilfe für lokale Geschäfte als Herzensangelegenheit

Ferdinand Grah gibt an, dass er die Liste zuverlässig führe und geprüft habe. „Viele Läden haben sich selber eintragen lassen und ihre auslieferbaren Produkte genannt", erklärt er. Vorschläge von Kunden oder Bekannten habe er im Internet überprüft. Außerdem habe er die Geschäfte, die sich nicht selber aufgelistet haben, über ihre Eintragung informiert und befragt.

Dortmundern und den lokalen Läden zu helfen sei für ihn „eine Herzensangelegenheit“, so Grah. Er sagt: „Ich versuche mich für Dortmund zu engagieren, das liegt mir im Blut."

Mit seinen Arbeitskollegen konzipiere er einen Lieferservice für ältere Menschen. Auch seine Familie helfe an mehreren Stellen.

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Durch seinen Beruf als Innovationsberater und Creative Leader von Creativity in Use befasse er sich häufig mit Lösungsmöglichkeiten – so auch in der Corona-Krise. Seiner Meinung nach habe in Dortmund ein Überblick über die Veränderungen bei den Einzelhandelsgeschäften wie etwa neue Lieferangebote und Fensterverkauf gefehlt.

„Den Menschen geht es darum, die lokalen Läden zu unterstützen", sagt Grah. Er wolle deshalb nicht nur einen Überblick schaffen, welcher Laden welche Produkte ausliefert und wo die Kunden diese bestellen können, sondern vor allem zum Kauf bei den lokalen Geschäften animieren.

Softwareentwicklungs-Firma hebt Initiative auf die nächste Stufe

Die Idee wurde inzwischen noch weiter entwickelt: Am Montag (6.4.) habe einer seiner Kunden, die Softwareentwickler-AG itemis aus Lünen, angeboten, das Laden-Register in eine Internetplattform zu verwandeln. In die Online-Version seines Konzepts könnten sich die Geschäfte eigenständig eintragen.

Die Version im Internet soll größer werden als die bisherige Liste. „Nicht nur Geschäfte, sondern auch Restaurants und Dienstleister, die ihre Angebote und Services an die derzeitige Situationen angepasst haben, können sich registrieren", sagt Grah. In der Woche nach Ostern soll die Initiative beginnen.

Beim Titel und Slogan des Projekts hat er sich an seine „Liebe zur Stadt", wie er selbst sagt, gehalten: Ladenkumpel soll die Initiative heißen; eine Wortkombination die verdeutlichen soll, dass die Läden des Ruhrgebiets, speziell Dortmunds, unterstützt werden sollen. Der Slogan lautet „Mehr als nur liefern – eine Liebeserklärung".

Das Lieferangebot der Geschäfte und ihre Kontakte gibt es hier im Überblick. Zusätzlich aktualisiert Ferdinand Grah die Liste auf seinem Twitter- und Facebook-Kanal, bis die Online-Plattform Ladenkumpel startet.

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