Prüfungsdruck wegen Schließung der TU Dortmund - auch online geht für Studenten nicht viel

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Universitäten haben bis mindestens 19. April wegen des Coronavirus geschlossen - auch in Dortmund. Doch was ist mit Klausuren und Prüfungen? Student Felix Meyer hat nun enormen Stress.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 19.03.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Felix Meyer schwebt im luftleeren Raum. Der Lehramtsstudent muss eine Hausarbeit abgeben, hat aber keinen Zugriff auf Literatur, bekommt keine Antworten auf Uni-Mails und darf das gesamte Uni-Gelände nicht einmal betreten. Damit ist er nicht allein. Er steht wohl für aktuell so ziemlich jeden Studenten, nicht nur die der Technischen Universität Dortmund.

Fast jeden Tag eine neue Einschränkung per E-Mail

„Am Freitag (13.3.) hat die Rektorin in einer ersten E-Mail die Studierenden darüber unterrichtet, dass das Sommersemester vom 6. auf den 20. April verschoben wird und dass man alle Veranstaltungen, die mit der Uni zu tun haben, absagen soll. Prüfungen, so die Mail, fänden aber noch statt", sagt Meyer.

Lehramtsstudent Felix Meyer darf die Universität wegen des Coronavirus nicht betreten, muss aber eine Hausarbeit einreichen.

Lehramtsstudent Felix Meyer darf die Universität wegen des Coronavirus nicht betreten, muss aber eine Hausarbeit einreichen. © Privat

„Zwei Tage später kam dann eine E-Mail mit der Info, dass alle öffentlichen Uni-Veranstaltungen abgesagt sind. Auch fänden nun doch keine Prüfungen mehr statt.“ Am Montag (16.3.) bekam der Dortmunder dann die E-Mail mit der Nachricht, dass nun für alle Studierenden ein generelles Betretungsverbot der Universitätsgebäude herrsche. Das gilt auch für die Zentralbibliothek, den Ort, der unerlässlich ist für die Literaturrecherche bei vielen Formen der universitären Arbeit.

Werden die Abgabefristen für Uni-Arbeiten verlängert?

Felix Meyer kann die unübersichtliche Lage nachvollziehen. Dennoch hat er das Bedürfnis zu wissen, wie denn nun die ursprünglichen Abgabefristen gehandhabt werden. Auf seine dazu abgesandten E-Mails an die TU hat er bisher noch keine Antworten bekommen.

Er hofft, dass auch hier nach und nach adäquate Lösungen gefunden werden. Denn: „Nicht zu wissen, ob denn überhaupt eine Verlängerung der Abgabefristen passieren wird, bedeutet natürlich zusätzlichen psychischen Stress in so einer sowieso schon anstrengenden Zeit. Mir wäre es wichtig, möglichst schnell Bescheid zu wissen“, sagt Meyer.

Auf Anfrage teilt die Pressestelle der TU Dortmund am Dienstag mit, dass man für solche Fälle theoretisch individuelle Lösungen finden könne. In der Praxis gebe es aufgrund der schnellen Entwicklungen aber noch keine geordneten Regelungen. Man versuche derzeit, eine Lösung zu finden aber könne sich vorerst nicht weiter äußern.

Neben der untersagten Vor-Ort-Recherche sind seit Mittwoch (18.3.) nun auch die VPN-Dienste für Studierende gesperrt, mit denen sie normalerweise online auf Fachliteratur zugreifen können. Dieser Schritt soll laut TU-Website sicherstellen, dass zuerst die Mitarbeiter der TU mit den wichtigsten Online-Ressourcen versorgt sind.

Jetzt informiert die TU auf der Homepage: „Mit Rektoratsbeschluss vom 18. März verlängert sich bei bei allen fristgebundenen Arbeiten die ursprüngliche Abgabefrist automatisch zunächst um zwei Wochen.“

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