Supermärkte und Apotheken treffen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Coronavirus

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Nur noch wenige Geschäfte dürfen aktuell öffnen, darunter Apotheken und Supermärkte. Während man sich in Apotheken weitreichende Gedanken um den Virenschutz macht, handeln Supermärkte zaghaft.

Dortmund

, 21.03.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt in der momentanen Corona-Krise einen Appell, der mittlerweile einem Mantra gleicht und der dennoch nicht an Dringlichkeit verliert: „Vermeiden sie möglichst jeden unnötigen sozialen Kontakt“. Aus diesem Grund sind bereits weite Teile des Einzelhandels geschlossen worden. Lediglich einzelne Betriebe dürfen weiterhin öffnen.

Dazu zählen unter anderem Apotheken und Lebensmittelmärkte. Während erstere in Sachen Vorsichtsmaßnahmen bereits zahlreiche Vorkehrungen getroffen haben, handeln einige Supermärkte bisher anscheinend eher zaghaft.

Weiträumige Abstände erforderlich

Michael Mantell betreibt die Stifts-Apotheke in Hörde. Er hat in seiner Filiale schon frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um sowohl seine Angestellten als auch die Kundschaft vor einer Ausbreitung des Coronavirus zu schützen.

„Wir haben unter anderem unsere Plexiglasständer, die normalerweise im Schaufenster stehen, als Abstandhalter vor den Tresen gestellt. Außerdem haben wir Barrieren aufgestellt, um auch zwischen den Kunden eine gewisse Distanz zu gewährleisten“, erzählt Mantell.

Hinweisschilder Stifts-Apotheke in Hörde.

An der Eingangstür zur Stifts-Apotheke in Hörde hängen besondere Hinweisschilder zum Thema Coronavirus. © Marius Paul

Wie wichtig diese Vorkehrungen sind, betont auch der Sprecher der Dortmunder Apothekerschaft, Dr. Felix Tenbieg: „Je weiträumiger es zugeht, desto geringer das Ansteckungsrisiko für das Personal, aber auch für die Patienten.“

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Weiträumiger - ein Stichwort, das auch viele Menschen in Supermärkten beschäftigt. Dort, wo sich sozialer Kontakt nur schwer vermeiden lässt, reagiert man aktuell scheinbar noch zaghaft. So berichten viele Dortmunder in Nachrichten an die Redaktion, dass in zahlreichen Lebensmittelgeschäften kaum Sicherheitsmaßnahmen getroffen würden.

Mehr Pausen für Supermarktangestellte

Bei Edeka wird jedoch betont, dass man sehr wohl darauf achte, dass ausreichend Abstand zwischen den Kunden gegeben sei: „Wir versuchen unter anderem mit Aufklebern auf die Distanz von knapp zwei Metern hinzuweisen. Zudem erhalten die Angestellten die Möglichkeit, häufiger eine Pause machen zu können, um in diesen auch vermehrt die Hände zu waschen oder zu desinfizieren“, erklärt Sprecherin Svenja Terveer. Außerdem sollen auch in den Geschäften demnächst Plexiglasscheiben zum Schutz der Kassierer aufgestellt werden.

Gleiches gilt laut Christina Stylauch auch beim Discounter Netto. „Hinzu kommt, dass wir unseren Kunden grundsätzlich empfehlen, bargeldlos zu zahlen.“

Inwieweit die Kartenzahlung tatsächlich hilft, ist laut Virologe Dr. Bernhard Schaaf vom Klinikum Dortmund nach wie vor unklar. „Es ist immer noch nicht nachvollziehbar, ob sich das Virus auch über Geldscheine und Münzen verbreiten kann. Grundsätzlich sind auch in Supermärkten die Vorgaben zu beachten, die eigentlich überall gelten: Abstände einhalten und wenig direkter Kontakt.“

„Hamsterkäufe sind asozial“

Auch die Aldi-Filialen werden in naher Zukunft mit zusätzlichen Hygienehinweisen, Fußbodenaufklebern und Plastikelementen für mehr Schutz vor dem Virus sorgen, betont Sprecher Christian Salmen: „Außerdem appellieren wir explizit an unsere Kunden, die Nies- und Hustenetikette einzuhalten.“

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Unterdessen beschäftigt die Apotheken ein Thema, das auch in vielen Supermärkten zur Realität gehört: Hamsterkäufe. „Bevorratung mit Medikamenten ist natürlich gut, aber Hamsterkäufe sind asozial“, betont Mantell. Es seien ausreichend Medikamente vorhanden und man müsse daran denken, dass auch in drei Wochen noch Patienten versorgt werden müssen. „Die Menschen müssen einfach solidarisch handeln. Hamsterkäufe sind nicht notwendig und ohnehin äußert egoistisch.“

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